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Freitag, 30. März 2012

Catherine (PS3)




Catherine or Katherine?

Das hat ja einige Zeit gedauert, nicht wahr?
Zumindest stand es im Februar 2011 am japanischen Releasetag noch nicht fest, ob dieses berühmt berüchtigte "Ausnahme"-Spiel auch in Deutschland erscheint.
Knapp ein halbes Jahr später erschien dann aber eine Umsetzung für Nordamerika und falls man es immer noch nicht international geordert hat, gibt nun Publisher "Deep Silver" den deutschen Spielern die Möglichkeit in Catherine reinzuschnuppern.
Komisch, dass die Differenz zw. Japan-Release und America-Release kleiner ist als America-Germany. Der Spiel erschien erst im Februar 2012 bei uns im Lande, im Juli 2011 hingegen schon in Amerika, obwohl wir immer noch englische Sprachausgabe (sehr gute Synchro) haben - bloß mit deutschen Untertiteln. Da gab's wohl Probleme einen Herausgeber zu finden...
Das Game wurde übrigens von Atlus entwickelt, den Machern von "Persona: Trinity Soul" und "Persona 4" - welche ich (leider?) nie gespielt habe.

Jedenfalls geht's in unserer Geschichte um einen gewissen Vincent, der mit seiner Freundin Katherine bereits 6 Jahre zusammen ist. Sie macht sich zunehmends Gedanken über ihre gemeinsame Zukunft - Heiraten und Kinder stehen dabei im Vordergrund.
Schon in diesem Stadium merkte ich als Spieler, dass die Beziehung zwischen den beiden ziemlich seltsam ist, da er sich wie ein Trottel verhält, der weder liebevoll ist noch zuhören kann - und sie sehr genervt wirkt, wenn sich beide im Restaurant anfangs gegenüber sitzen.
Auch scheint sie unrealistisch stark zu sein um das alles hinzunehmen was noch kommen soll.

Denn Vincent scheint nach anderem zu dürsten... er hat Angst sich festzulegen. Ist sein jugendliches Leben voller Spaß und Spannung schon vorbei? Oder beginnt er wirklich erwachsen zu werden?

Es dauert nicht lang und eine mysteriöse Schönheit stößt in seiner Lieblingsbar auf ihn. Sie macht sich heftig an ihn heran und er als typisch männlicher Trottel kann sich den Reizen nicht entziehen... lässt sich küssen... und trinkt mit ihr gemeinsam zuviel Alkohol, dass er am nächsten Tag in seiner kleinen Bude gemeinsam mit ihr aufwacht... und das alles nicht wahr sein kann.
Panisch versucht diesen Seitensprung der Neuen, übrigens heißt sie auch Catherine, bloß mit C, und seiner feste Freundin zu verheimlichen - und reagiert zunehmendst merkwürdig / auffällig.

Da es insgesamt 8 unterschiedliche Enden gibt, liegt es nun an euch Vincent's Schicksal zu beeinflussen...



Social Engineering

Beim Gameplay scheiden sich aber leider dann die Geister - zumindest konnte ich den vielen Lobtiraden aus der Presse nicht beipflichten - denn das Spiel wird in 2 Gameplayelemente krass unterteilt.

Als Erstes haben wir die ruhigeren Momente - außerhalb der sauhübschen Animésequenzen oder den Ingame-Cel-Shade-Animé-Cutscenes befinden wir uns in 2 Szenarien, die entgegen der von mir später erläuterten Spielhektik als Ruhepole dienen: einmal die Kneipe, in die Vincent immer gegen Abend hingeht, sich mit seinen üblichen Freunden trifft und unterhält und in seinen Alpträumen eine Ebene vor dem Beichtstuhl.
Was?
Alptraum?
Beichtstuhl?
Ja... im Laufe der Geschichte (in Kalendertage unterteilt) stellt sich heraus, dass eine Psychokillerin untreue Männer umbringt - wird in den Nachrichten breit erzählt und später fehlen auch einige Kandidaten aus der Stammkneipe und sind betroffen.
Sobald Vincent einschläft, gerät er in einen Alptraum, in dem er selbst Schafsbockhörner hat und Kneipenkollegen wieder trifft, mit denen er sich (im Ruhebereich vor der Action) unterhalten und ihnen bei ihren Problemen helfen kann. Auch wird einem im Beichstuhl von einer unbekannten eine Gewissensfrage (2 Antwortmöglichkeiten entscheiden über gutes oder schlechtes Karma) gestellt, die dann online mit dem Durchschnitt (anderer Spieler) verglichen wird. Nette Sache.
Anschließend wird der Beichstuhl wie eine Rakete zur nächsten Ebene geschossen und es geht direkt mit dem Hauptspiel los:



Kletter um dein Leben!

In einer isometrischen Perspektive steuert ihr nun Vince über ein treppenartiges Gebilde aus mehreren Einzelklötzen. Die könnt ihr verschieben oder ziehen (geht flott von der Hand) und müsst aus einer glatten Wand beispielsweise eine Treppe bzw. einen Weg nach oben bauen - ganz oben wartet nämlich der errettende Levelausgang.
Das Problem: erstmal müsst ihr euch dran gewöhnen, dass es ein Zeitlimit gibt, was nicht direkt sichtbar ist - der Level fällt einfach langsam vor sich hin zusammen - von unten angefangen.
Auch ist mir anfangs noch nicht klar gewesen welche Techniken und Kniffe es gibt, um schnell voran zu kommen.
Einem wird zwar einiges erklärt, aber bereits auf "Normal" (es gibt 3 Schwierigkeitsgrade) war ich teilweise schnell überfordert in späteren Levels. Aber schließlich gibt es Lösungsvideos, mit deren man es nach und nach auch lernt.
Alternative: außerhalb der Träume gibt es in der Bar einen Videospielautomaten, mit dem man "Rapunzel" in unzähligen Levels (64 normale + 64 extra) ohne Zeitlimit trainieren kann.

Das Problem ist aber die Tatsache, dass man nie richtig Ruhe hat oder was übersieht und nicht rechtzeitig von Blöcken herunter springt, die wie eine Falle sind. Beispielweise gibt es welche aus denen kommen Stacheln - einmal getroffen, zersplattert man direkt in Einzelteile. Oder welche, die saugen einen ein - auch Instant Death. Weitere sind schwere Blöcke, die sich nur langsam rausziehen lassen, Eisblöcke, von denen ihr herunter rutscht (in den Tod) oder hilfreiche wie Katapult-Quader.
Alles kann man bewegen und irgendwie zu seinem Vorteil nutzen.
Nur leider ist es schwierig dann den Überblick zu behalten oder daran zu denken, dass man auch Extra-Items wie "zusätzlicher Block" oder "2 Blöcke auf einmal hochspringen" nutzen kann.
Auch ist es ziemlich einfach die falsche Taste zu drücken, wenn man sich an einen Vorsprung hängt, nur um dann ins Nichts zu fallen.

Solange man keinen der recht spärlich verteilten Checkpoints erreicht hat, muss man den Level von vorne anfangen. Flexible Gehirnakrobaten halten aber dank Schnelligkeit ihre Combo oben, die immer dann ansteigt, sobald man eine neue Maximalebene erreicht hat und sich nicht zuviel Zeit für die nächste lässt.

Lästig sind dagegen aber Endbosse, die in den in mehrere Etappen unterteilte Traumwelt gegen Ende auf einen treffen. Sie besitzen dann Special Moves, die durch Zufall den Level ändern oder euch ziemlich schnell umbringen können.
Gerade beim Endboss hatte ich schwitzige Hände gegen Ende - und die Lösung hilft dann auch nix mehr, wenn sich ständig die Gegebenheiten ändern.
Per Select-Button kann man aber maximal 9 Schritte zurück gehen (Undo) und somit auch den Combotimer vorm Ablaufen schützen. Auch mittels PS-Taste pausiert das Spiel ohne in den Pause-Screen zu wechseln - und lässt euch also in Ruhe eine Taktik überlegen. Wunderbar!



Sobald...

...ihr aber nach etlichen Frustationsanfällen und repetitiven Gameplayelementen zurück ins Tagesleben gekehrt seid, haltet ihr euch wieder wo auf? GENAAAAAAAAAU! In eurer Lieblingsbar - quatscht mit Kumpels, seid verzweifelt und kümmert euch mit Gesprächen um andere.
Gespräche laufen übrigens automatisch ab - bis auf einige Entscheidungsaussagen, die das Ende beeinflussen.
Was aber interessant ist, ist die Tatsache auf SMS' von Catherine oder Katherine zu antworten. Dabei setzt ihr sie aus mehreren Aussagen Stück für Stück zusammen - wenn's nicht gefällt, löscht ihr die Aussage und lasst wieder etwas eintippen. Das wiederholt sich und gibt die Möglichkeit individuell zu antworten - super Idee!
Auch bekommt man von Catherine mal eine MMS mit anreizendem Bild, welches ich mir aber nie angeschaut habe.
Selbst bin ich da sehr altmodisch und war auch sehr glücklich darüber, dass es ein Happy End mit seiner hübschen langhaarigen Katherine gibt und nicht mit der "dämlichen" Versuchung. Immerhin kann ich Seitensprünge garnicht ab - weshalb ich mich manchmal ziemlich aufregte in wieviel Lügen sich Vince verstrickt und alles nur noch schlimmer macht.

Aber ansonsten bleibt nicht viel Spiel übrig: nur diese 2 Elemente ca. 12 Stunden lang - und ihr seid durch.
Kleiner Tipp: alternative Enden bei YouTube angucken - bis auf 2 unterscheiden sie sich nur marginal, was den nochmaligen Aufwand bei geringer Trophyentschädigung garnicht rechtfertigt.

Weitere Spielmodi sind kooperatives (CouchCOOP) Klettern - mit- oder gegeneinander oder schwierigere sogenannte "Babel"-Levels. Für mich ist aber an der Stelle genug - noch einmal würde ich mir die Tortour nur ungern antun.



Fazit:
Catherine hatte Aufsehen international erregt - zurecht. So intensiv und interessant dieses psychologische Profil und die Story mit ihren authentischen Charakteren, ihrem hübschen Stil, der heiklen Situation und einer gewissen Identifikation mit dem Grundthema ist (immerhin ist sich jeder selbst über weibliche Reize bewusst, hat Vorlieben, etc. pp.) auch ist, so schrecklich fand ich das zwanghafte Dauerklettern.
Frust kam am meisten auf - und nur dank Lösungsvideos fand ich mich langsam da rein. Ich bin sehr schlecht fähig unter Zeitdruck zu lernen - und das ist einfach eine Frechheit mit "kaum Vielfalt" so gute Wertungen abzustauben - obwohl die Story gut ist.
Sorry... nur eingeschränkt zu empfehlen.
Schaut euch lieber ausführlich ein Let's Play an und bewertet selbst, ob ihr das am Stück durchhaltet - später sind die Etappen immer länger, komplizierter und fieser.

Kommentare:

  1. Das mit den Rätselkrams unter Zeitdruck gefällt mir irgendwie gar nicht. Auf Tubeyou siehts auch nicht so prickelnd aus. Aber der Rest dazwischen reizt mich dann doch sehr.
    12 Stunden? Also wohl irgendwann mal für 10-15£ aus England ordern.

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  2. Hat er aus der Zeichentabelle extra das Lire-Zeichen importiert! ^^

    Warum aus England?

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  3. Erstma is das Pfund, und im iPhone ist das automatisch mit drin. Aus England bestell ich mir die meisten Spiele. Da fallen die Preise schon in den ersten Wochen rapide ab. Während die meisten Games hier noch 40-50€ kosten gibts die da unten schon für die hälfte incl. Versand.

    Ohne das importieren könnte ich mir niemals so viele Spiele kaufen. Und die deutschen Preise für die B-Titel und Trophy-Games würde ich niemals zahlen. Denn das sind die meisten davon nicht wert.

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  4. http://de.wikipedia.org/wiki/%C2%A3

    Auf Italienisch heißt's "Lira" bzw. "Lire", passt also doch.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Pfund_(W%C3%A4hrung)

    Zum Thema: ist 'n interessanter Tipp. Ich danke. Bei einigen Spielen kann man das mal wagen finde ich (Non-RPGs), sonst ist Deutsch für mich eher angenehmer, da ich im Englischen zwar gut bin, aber nicht jedes Fremdwort verstehe und mich auch nicht daran aufhalten will.

    Was aber in Deutsch garnicht geht, ist Scott Pilgrim VS The World (Film) - hab den bisher nur in Englisch gesehen, aber der Wortwitz kommt nirgends besser rüber, befürchte ich.

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  5. Oh mann, da is echt der Reporter in dir. Hast gewonnen. ;-)

    Der größte Teil der Games, vorallem der etwas "günstiger" produzierten ist multilingual. Das Game läuft dann, wenn vorhanden, in der in der PS3 eingestellten Sprache.

    Sollte es bei einem sehr Storylastigem Spiel wichtig sein das es in deutsch ist, kann man auf www.onlinegamesdatenbank.de nachsehen welche Sprachversionen die Titel der unterschiedlichen Länderversionen beinhalten.

    Den größten Teil bestelle ich über Amazon.co.uk, aber auch zavvi.com oder Play.com sind super Geheimtipps. Allerdings dauert bei den beiden letzten der Versand bis zu 2 Wochen.

    Surf mal die 3 Seiten an und sortier nach Preisen. Wirst überrascht sein was für Titel da unter 20€ rausgehauen werden, und die Preise schwanken täglich.

    Solange es nicht gerade Heavy Rain oder sowas ist zock ich eigentlich lieber in Englisch. Auch wenn ich da jetz nich der Pro bin, mit Untertitel bekomm ich aber alles mit.

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  6. Sehr interessante Tipps, danke dir! :) Hab mal geschaut und einige günstige Titel entdeckt, doch eine Sache erschloss sich mir noch nicht ganz: wie funktioniert das bei OGDB? Sobald ich die Details zu einem Spiel sehe, erkenne ich nur wie die Sprachversion der einzelnen Länder heißt und welche Editionen es gibt.
    Doch nirgends erkannte ich, ob die UK-Version auch multilingual ist.

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    1. Ist zwar schon 1 Jahr her, aber bin gerade dran am Game.
      Auf die jeweilige Länderversion klicken und dort hast du dann alle infos soweit sie schon eingetragen sind, unter anderem welche Sprachen auf der Disk sind. Aber das hast du mittlerweile wohl selbst rausgefunden.

      Zum Game. Hab gerade erst Alptraum 6 abgeschlossen und schon 12 Stunden rum. Das ist echt höllisch schwer auf Normal und ich brauchte auch 2 mal Videohilfe bis jetzt. Ansonsten ists viel auswendig lernen. Aber Gold in allen?? Niemals, bis jetzt hab ich durchgehend Bronce. Aber das Game ist echt mal was anderes. Ein sehr guter Puzzler, der allerdings etwas mehr Checkpoints vertragen könnte, kombiniert mit einer filmisch erzählten interaktiven Story die fesselt.
      Ich kanns Ende und den weiteren Verlauf der Geschichte kaum erwarten.

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