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Donnerstag, 17. Mai 2012

Diablo III (Hinweis)

Hallo liebe Leser,

bestimmt weiß der knallharte Diablo-Fan schon alles was jetzt in den folgenden Zeilen kommt, aber erst heute wurde mir bei einem Besuch auf Amazon doch eines klar: Diablo III wollen viele Spieler wieder "ungekauft" machen. Ich selbst besitze das Spiel übrigens (noch) nicht. Derzeit will ich es auch einfach gar nicht erwerben. Warum, lest ihr in den nachfolgenden Zeilen.

Wenn man meinem Link oben folgt und fest stellt wieviel Bewertungen es allgemein und welche es so durchschnittlich gibt, fallen einem vor allen Dingen folgende Aspekte negativ auf:

  • Skillbäume sollen rudimentär vereinfacht werden und eine Talentauswahl wird einem scheinbar durch das Spiel selbst abgenommen
  • Echtgeldtransaktionshäuser lassen einen "Pay to win"-Charakter aufkommen, Details hier
  • das Spiel besitzt einen DAUER-ONLINE-Zwang - viele Spieler, die unterwegs eben mal eine Runde zocken wollen, können das nicht - bricht die Verbindung (durch 24h Reset der Provider, Serverlast seitens Blizzard oder irgendwelche andere äußere Einflüsse) zusammen, wird man aus dem Spiel gekickt und darf vom letzten Checkpoint wieder von vorne beginnen (über das Checkpointsystem weiß ich leider nichts Näheres)
  • zur Zeit sind die Blizzard-Server unter der gewaltigen Ansturmslast zusammen gebrochen - man könnte meinen die sind zu doof diese Anforderungen rechnerisch zu ermitteln und bestimmte Maßnahmen im Vorfeld mit 1-2 Alternativen zu definieren, aber nein... die Server blieben scheinbar mehrere Stunden offline - Leute, die sich extra 2 Tage für Diablo Urlaub genommen haben, wurden herbe enttäuscht...

Ich bin mir nicht sicher welche Ziele Blizzard verfolgt oder ob ihr Entwicklungsstudio derzeit aus 1000000000 Mitarbeitern und 3 Teams besteht: WoW-Team, Diablo-Team und Starcraft-Team, die ja alle irgendwie parallel zueinander arbeiten und qualitativ hochwertige Spiele in absehbaren Zeitabständen zueinander rausbringen. Ich weiß nicht, ob sie daher so uuuuuuuuuuuuuuuunglaublich viel Ausgaben haben, um sie durch so einen kundenvergraulenden Onlinezwang unbedingt wieder reinholen zu müssen, aber damit brechen sie sich derzeit das Genick. Die Konsumenten wollen das Spiel zurück geben, sind enttäuscht, dass ihre Spielesucht gar nicht so befriedigt werden kann wie Anno 2000 mit Diablo II als es eben noch keinen Onlineschutz gab und man sich nächtelang dem Erlebnis hingeben konnte... da das Spiel sowieso durch seinen Multiplayermodus lebt (und auch deswegen hauptsächlich gekauft wird), ist es Schwachsinn auch den Offline-Diablo-Fan so etwas zuzumuten.

Mein Gedanke: da Blizzard nicht völlig unterbelichtet ist, wird man sich in den Chefetagen schnell dazu durchringen, dass ein Patch released wird, der zumindest den Singleplay offline spielbar macht.
Immerhin ist das vollkommen grenzdebil, die Last serverseitig mit so einem Fauxpas gleich zu vervielfachen.
Da sich scheinbar nur die Grafik- und Sounddateien auf den Spiele Discs befinden, müssen die Dateien via Ingame-Patch einmalig nachgeliefert werden oder es kommt eine ganz neue Verkaufsversion auf den Markt.
Achja... und DLCs sollen ebenso schon auf der Disc enthalten sein, die man dann nachträglich per Bezahlung freischalten kann... genial sich als so namhafter und qualitätssichernder Hersteller auf so eine Schiene zu begeben, die im Vorfeld und allgemein bekannt heftig kritisiert wurde.

Umso mehr ich darüber nachdenke, umso mehr kann ich nur den Kopf schütteln. FAIL ist hier ein Wort, was mir immer wieder durch den Kopf geht.
Hersteller werden immer dreister und profitgeiler - so mein Eindruck.
Na dann... auf zur nächsten Fahrt gegen den Baum, du nicht mehr ganz so attraktiver Schneesturm!

Kommentare:

  1. Hallo!
    Ich habe das Spiel bereits und werde in den nächsten Tagen dazu einen Eintrag verfassen. Viele Dinge, die du angesprochen hast, stören auch mich gewaltig, vor allem der Onlinezwang. Schon oft ist es mir nun passiert, dass ich durch meinen 24h-Disconnect oder Seitens Blizzard aus dem Spiel geflogen bin und in der jeweiligen Stadt wieder anfangen durfte... aber ich werde die ganzen Punkte noch zusammentragen. Momentan sind meine Gefühle gemischt...

    Grüße, Sinistra

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  2. Eigentlich sollte man als Konsument von einem gekauften Spiel doch erwarten können, dass es die gleiche Leistung bringt, wie eine "gecrackte" Version: Ein problemloses Spielerlebnis ohne Hindernisse. Doch leider legen die Spielehersteller dem ehrlichen Kunden immer mehr Steine in den Weg. Ich fürchte nur, es wird in Zukunft schlimmer werden, statt besser.

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  3. Du hast Recht mit den Steinen.
    Was die Zukunft angeht, finde ich, ist es derzeit ungewiss. Einige Hersteller verzichten mittlerweile auf die Implementierung eines schwer knackbaren Kopierschutzes und investieren Kosten und Zeit lieber in das Spiel - die Leute haben auch daraus gelernt. Denn: Gamer kaufen ein Produkt nur, wenn es auch erstklassige Qualität anbietet.
    Kann sich jemand noch an die Spieldauer von Half Life 1 erinnern? Welcher Shooter kommt heutzutage noch an sowas ran?

    Vor allen Dingen ist ein schwieriger Kopierschutz doch für die Crackerszene ein gefundenes Fressen. Wer den als erstes knackt, kriegt am meisten Prestige - und überhaupt ist das für jeden eine motivierende Herausforderung.
    Und für die verärgerten Käufer heißt's nur eins: ich kaufe das Produkt ERST RECHT NICHT. Zumindest zähle ich mich dazu. *g*

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  4. Im Fall von "The Witcher 2" haben die Entwickler ja zum Testen eine Version mit und eine ohne Kopierschutz rausgebracht. Die geschütze Version wurde natürlich trotzdem gecrackt, daher kann ich dir hier nur zustimmen. Schon lustig. :)

    Viele kleinere Studios machen es mittlerweile auch richtig, was aber leider die großen meist nicht daran hindert, immer schwerere Geschütze aufzufahren. Und wenn ich an die ganzen aufkommenden Stimmen denke, die meinen, dass man Spiele nicht mehr gebraucht kaufen können sollte, wird mir leider schwarz vor Augen...

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  5. Ich mag deine Ansicht!

    Ja, leider genau bei Letzterem Punkt ist's ja bei der PSVita ganz schlimm: Trophäenjäger werden nur noch Originale interessant finden. Beim Gebraucht-Kauf fehlt dann die Berechtigung Trophies zu sammeln. Die MAC-Adresse des Erst-Gerätes scheint man dann doch noch auf die Flash-Speicherkarte schreiben zu können.


    Und was The Witcher 2 angeht (*gerade wieder in sehr schönen Erinnerungen schwelgt*) - der Kauf war es alle Male wert. Mittlerweile haben die sogar das Intro überarbeitet und KOSTENLOS nicht nur das, sondern auch neue Inhalte in einem 1GB großen Patch nachgeliefert. Wo gibt's denn sonst sowas?

    Damit zeigt man wahre Kundenliebe.

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  6. Ja, so fängt es an. Und ich fürchte, das wird noch schlimmer. Ich glaube auch, egal wie groß der Aufschrei der Nutzerschaft im ersten Augenblick auch sein mag, gekauft wird dann meist doch. Die "Großen" halten eben alle Karten in der Hand, und marschieren Stück für Stück nach vorne.

    Die beiden Witcher-Teile stehen übrigens zusammen mit Neverwinter Nights 1 ganz oben auf meiner Liste der besten Rollenspiele aller Zeiten. :) Aber wie du schon sagst, hier gibts auch noch echten Service. Die "Kleinen" wissen wenigstens noch begeisterte Fans zu schätzen. Daumen hoch!

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  7. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen! *zustimm*

    Außer: mein Lieblings-RPG wird glaub' ich immer Gothic II + Nacht des Raben bleiben. Ich freu' mich schon so auf Risen 2 <3

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  8. "Kann sich jemand noch an die Spieldauer von Half Life 1 erinnern? Welcher Shooter kommt heutzutage noch an sowas ran?"

    Ein Shooter mit Handlung is doch heute eh ein Action-RPG, oder? ;)
    Ansonsten wurde hier glaube ich schon alles gesagt, ich freue mich über den aktuellen Trend, dass immer mehr kleine unabhängige Entwicklerstudios sich wieder auf gute Spiele konzentrieren und inhören was ihre Kunden von ihnen wollen, vielleicht fällt das EA & Co. ja auch noch irgendwann auf, die Hoffnung stirbt zuletzt ;)
    Ich zock jetzt weiter SNES, da kann ich mir auch nach 20 Jahren die Spiele noch gebraucht kaufen :D

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