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Freitag, 19. Oktober 2012

Jet Set Radio



Yet Set Insane

Das Original aus dem Jahre 2000 - jetzt exklusiv für alle, die davon noch nie was gehört haben und für die, die es kennen (und evtl. auch schätzen) auf Steam für ca. 8 € verfügbar.
Wie so oft steckt hinter der Wiedererweckung eines Asbach-alten Titels lediglich ganz oldschoolige Geldmacherei wie sie im Buche steht - alles mit nun hochauflösenden Texturen re-released, das sonstige Gameplay nicht im Geringsten angepasst und sich somit einen Scheiß um den Zusammenhang zwischen im-Jahre-2000-vergleichbaren Spielkonzepten und dem heutigen Stand der unterhaltungstechnischen Evolution gekümmert.
Ein weiteres völlig sinnentleertes Beispiel ist dabei Jet Set Radio.

Habe ich einst lediglich in der Bravo Screenfun (oooooooh ja - das waren Zeiten! ^__^) davon gelesen, hatte ich nun erstmals fern der Konsolen auf dem heimischen PC die Möglichkeit selbst Hand anzulegen.


Ihr spielt irgendeinen Skater einer recht funkigen rebellischen Inliner-Sprayer-Gang im fiktiven Tokyo-To. Euer Mentor, ein ziemlich gruseliger DJ, klärt euch über die rivalisierenden anderen Gruppierungen und dem meistgefürchtetsten Detective der Metropole auf, der mit seiner kleinen Armee an Cops euch künstlerischen Vandalismus ausübenden Nein-Sager stets dicht auf den Fersen ist.

O___O"

Fortan gilt es sich im Karrieremodus einzelne Levels wahlweise auszupicken und meist in den arg kleinen Straßenzügen Tokyo-To’s  Graffiti’s zu sprühen. Fortbewegen tut ihr euch mittels Inlinern, mit denen ihr fast gar keine Unfälle bauen könnt - es sei denn der Detective belagert euch mit Nahkampfattacken oder Fernangriffen oder - weitaus blöder - ihr werdet von einem radikal unachtsamen Fahrzeug angefahren. Denen ist’s auch egal, ob ihr euch was gebrochen habt oder nicht - und so steht ihr - ebenso unbeeindruckt - schnell wieder auf und weiter geht’s zur nächsten Spraydose. Diese müssen immer eingesammelt werden, bevor ihr loslegt ein Graffiti zu setzen. Die Sprayflaschen respawnen und die praktisch künstlerischen Ausübungsorte sind lediglich mit einem dicken Pfeil markierte HotSpots, die auf Knopfdruck euch entweder sofort oder durch korrektes Nachmachen der angezeigten Bewegungen (Minispiel)  ein Bild auf die Oberfläche zaubern.

Minispiel: veraltet und billig. Und das da rechts ist euer gefährlichster Gegner: Kommissar Habdennamenvergessen.

Allein das ist so unglaublich öde, dass man fast keinen Bock hat weiterzuspielen. Auch die Grindmoves gehen vollautomatisch ohne Gleichgewichts-Anforderungen von der Hand - und Sprungkunststückchen werden meines Erachtens leider auch ohne großen eigenen Einfluss ausgeführt.

Schnell mal beim Grinden sprayen... kennt man ja.

Dass einen die Polizei jagt, ist - zumindest in den 2 Missionen, die ich spielte - nicht das Problem - schließlich ist die Lebensanzeige (!? Eigentlich dachte ich es wär die Punkteleiste) recht groß. Kopfschmerzen bereitet einem da eher das Zeitlimit, das zwar großzügig gesetzt ist, aber einem nichts über die Graffitistandorte gesagt wird, sodass man in den grafisch immer gleichen auch teilweise ungünstig designten Levels ziellos umherirrt und sich am Ende mehr über die kaum Möglichkeiten anbietende Kameraperspektive aufregt.

Wenn die Cops so auf einen zurennen, bekommt man gleich extra Angst.

Vielleicht setzte das Spiel vor 12 Jahren Akzente. Wer aber heute nicht einmal mehr den Programmierfinger krümmt, um Inhalte den heutigen Erwartungsmaßstäben anzupassen, hat längst verloren. Vielleicht empfinden ältere Semester / Fans ein bisschen Retrospaß gekoppelt mit dem Standpfeilerbonus: „Hab’s damals schon geil gefunden!“. Für alle Neulinge: Pfoten weg!
Da ist das PoP-stylige Graffiti-Game „Getting Up - Contents Under Pressure“ aus dem Jahre 2006 noch empfehlenswerter und liefert höhere Umsetzungsprofessionalität als wie hier bei den Jungs von Blit Software.



Fazit:
Damals vielleicht top, heute nur noch ein eingestaubtes Stück Geschichte. Damit ihr nicht zu Husten anfangt, falls ihr kein Fan seid: nehmt Abstand! Es gibt Wege sein Geld effizienter anzulegen - beispielsweise für die Benutzung einer öffentlichen WC-Anlage. Oder den Kauf einer Bibel. In beiden Fällen gibt es mehr Scheiße für weniger Geld zu bestaunen.

Kommentare:

  1. Yeah, kack Spiel aber optisch geiler Test. So siehts mit den Screenshots auf jedem System gut aus und man kann alles super sehen.

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  2. Wunderschön! :) Die Qualitätssicherungsabteilung ist stets zu Ihren Diensten! ;)

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  3. Ich zähle dann zur Fraktion „Hab’s damals schon geil gefunden!“ ;) Das Spiel hat damals auf Sega Dreamcast einfach nur richtig Laune gemacht, habs neulich erst wieder gespielt. Überdrehte bunte Grafik, cooler Sound und Graffiti, das war der Hammer! :D

    Hätten sich für ein Remake aber auf jeden Fall mal was neues ausdenken können, so hätten sie sich das echt sparen können!

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