Google+ Games ... aaand other accidents: The Cave

Donnerstag, 25. April 2013

The Cave

via

Double Fine's first real big fail - and most boring game ever

Das hätte ich mir in meinem ganzen Leben nie vorstellen können!
Dass es tatsächlich noch schlechter als mit "Iron Brigade", einem zwar nett gemachten, aber angesichts der Konkurrenz so dermaßen in der Bedeutungslosigkeit verschwindenden Game Double Fine's, kommen kann, hätte ich echt nicht gedacht.


Aber ja: The Cave ist tatsächlich die Antwort da darauf.
Selten habe ich mich zwei Tage in Folge dabei erwischt wie ich dermaßen müde beim Spielen wurde, dass ich fast während der Testsession eingepennt wäre.

Zu Beginn macht sich's sofort bemerkbar: jeden Charakter müssen wir zum gemeinsamen Startpunkt manuell hinmanövrieren.
Selten so ambienteexklusiv und humorisch wie hier.
Selten nettes Knobelelement... hier habe ich erst ein wenig ausgetestet, bevor ich an anderer Stelle die Lösung schlagartig entdeckte. Recht offensichtlich, wenn man den Hinweis in der richtigen Reihenfolge entdeckt.

Unglaublich, aber wahr! Aber nicht nur das, sondern auch die Tatsache, dass sich Entwicklerlegende Ron Gilbert (Maniac Mansion, Indy Jones: Fate of A., Monkey Island, DeathSpank) mit Entwicklerlegende² Tim Schafer (Day of the Tentacle, Full Throttle, Psychonauts, Brütal Legend) gemeinsam darauf geeinigt haben für dieses Projekt hier zusammenzuarbeiten. Super Sache, hat da ein jeder - auch ich - gedacht und gerade im Angesicht des wirklich astreinen Portfolio's beider Kreativgrößen im Videospielebereich konnte da ja fast nix schief gehen.
Und bis auf den kleinen Ausfall im rein digital erwerbbaren "Iron Brigade" hatte ich vor allem mit dem legendären Psychonauts, dem tollen Costume Quest und dem genial andersartigen Stacking viel Spaß.
Doch gerade in letzteren Ableger gab's mehr Rätsel als in "The Cave".

Die 23Hz stellen nicht die einzige krumme Bildwiederholfrequenzzahl dar, die zur Auswahl bereit gestellt wird.

Worum geht's jetzt eigentlich?

"The Cave" ist eine sprechende Höhle mit allerlei Facetten und thematischen Dungeonabschnitten, die ihr alle aus einer 2D-Perspektive mit 3D-Grafik erleben könnt.
Dazu stehen insgesamt 7 steuerbare Charaktere zur Verfügung, die ihr nach dem witzigen, aber nicht allzu ausführlichen Intro kurz ausprobieren könnt, bevor ihr drei fest auswählt.




Jede hat seine eigene Spezialfähigkeit: der Hillbilly kann seine Tabakpfeife zum Erzeugen einer Luftblase als Art Taucherglocke zum längeren Unterwasser-Atmen benutzen... wohingegen die Zeitreisende sich auf kurzer Distanz - allerdings nur im Stillstand, nicht durch Wände und nur schnurgerade - beamen kann.

Schnell klettern geht bei diesem Seil mit Item in der Hand nicht - und auch der Sprint-Button fehlt einfach gänzlich in diesem Spiel.

Wen ihr nehmt, beeinflusst dann natürlich "The Cave", wonach die Rätsel und auch die Figuren-bezogenen Ereignisse / Hintergrundgeschichten jeweils anders sind.
Ein klein wenig erinnert das an Maniac Mansion, bei dem man auch zu Beginn des Spiels Protagonisten wählen und mit ihnen separat gewisse für sie teilweise auch zugeschnittene Aufgaben lösen konnte.
Sprechen tun die Charaktere hier aber leider nicht, doch dafür gibt der Erzähler hier und da einen kleinen Einstand.
Leider ist der aber viel zu selten, sodass hier mehr Stille als Bewegung oder Leben herrscht.
Na klar... wir haben es hier ja mit einem Rätselspiel zu tun.

Sehr nett, dass man Artworks für seine ausgewählten Charaktere sammeln und so etwas über deren Story / Herkunft erfahren kann. Aber wayne... die sagen eh kein Wort: also Wurscht.

Doch so viel Rätsel ist da gar nicht, da a) wenig aufsammelbare Items zur Verfügung stehen und b) natürlich nur im jeweiligen Abschnitt relevant sind.
Des Weiteren gibt's c) keine Kombinationsmöglichkeiten untereinander und d) kein Inventar, sodass jede Figur jeweils nur einen Gegenstand tragen kann - auch wenn das nur ein kleiner Cupcake ist.
Das wiederum bringt mich zu e) : die Kameraperspektive zoomt nur automatisch und auch nur dann, wenn sie Bock hat. Ihr habt also einen Übersichtsblocker vor euch - und gerade in verwinkelten Arealen lauft ihr gerne mit einem Charakter minutenlang durch ein Tunnelsystem, nur um festzustellen: aha, hier hinten brauche ich also die Rohrzange. Wo ist die Rohrzange? Natürlich den gesaaaaaaaaaaaaaaaaaamten Weg wieder zurück und dort einen anderen ellenlangen Weg entlang. Prima. Da sind wir auch schon bei f) : BACKTRACKING! Ihr habt nicht nur hin und wieder dieselben Wege mehrmals allein abzulatschen, um euch erst einen gezielten Blick über die Gesamtsituation zu verschaffen, nein... g) eure dümmlichen KI-Begleiter rennen im Sologameplay auch nicht mit euch mit und sind auch nicht auf Knopfdruck herbeirufbar.

Seltene Knobel"highlights": Um hier das Monster zu fangen, benötigen wir zuerst eine Kurbel, holen uns damit einen Eimer, füllen diesen mit Wasser, schließen damit einen funkenden Schaltkreis kurz, setzen die dadurch gewonnene Sicherung in der Nähe von Snackautomaten ein, krallen uns das Würschtle, locken mit diesem und einer Glocke das Höhlenviech an, wechseln zum bereitstehenden Zweitcharakter - und ZACK!

Gerne kommen sie aber gemeinsam hinterher, wenn ihr bestimmte - für die eigenen Augen aber unsichtbare - Abschnittsgrenzen überschritten habt. In speziellen Fällen folgt dahinter leider eine verschlossene Tür, die drei Schlüssel benötigt. Also noch einmal mit ALLEN einzeln zurück.

Xtreme-Sportart in The Cave: Nordic Staffel-Walking.
Mit einem Charakter die Lore fest am Platz halten, mit dem anderen die Landung innerhalb des Transportgefährt's platzieren - kommt man in 2 Sekunden drauf.

Super Designidee, unendlich unterhaltsam und eine absolut abwechslungsreiche Gameplayidee.

Wer im jederzeit akti- und deaktivierbaren COOP-Mode (bis zu 3 Spieler) spielt, muss sich klar werden lassen, dass der Bildschirm NICHT geteilt wird und man sich NUR gemeinsam bewegen kann, wenn niemand den Screen verlässt. Poppt einer hinaus, ist sein Bewegungsrepertoire deaktiviert und informiert wird man darüber auch nicht mit einem speziellen Icon, aber auch nicht bestraft mit dem Tod... es passiert einfach... nix.
Gerade in Sachen Erkundung des verschachtelten Höhlensystems und der benötigten Zusammenarbeit an unterschiedlichen Stellen hätte sich ganz klar ein Splitscreen angeboten.
Und da es außerdem nur lokal spielbar ist, hat man auch die andere Ausweichmöglichkeit: Network-COOP außer Acht gelassen, wo jeder dann eben fest seinen eigenen Bildschirm gehabt hätte.
Aber anscheinend wär das kurze Abenteuer viel kürzer als angedacht, weshalb man dieses Limit eingefügt hat - keine Ahnung.
Was habt ihr für Theorien diesbezüglich?
Was hättet ihr als Entwickler anders gemacht?



Und wo wir gerade dabei waren, dass die Rätsel euch meist nur offensichtliche Kombinatoriken von Item 1 mit Item 2 abverlangen und keine großen Kopfnüsse darstellen, wenn mal nichts eingesetzt, sondern ein paar Objekte geschickt platziert und Schalter umgelegt werden müssen, "begeistert" noch etwas den Spieler: man kann nicht sterben.

Sterben macht nix, wird zunächst sogar noch witzig kommentiert, sodass man erst Recht angespornt wird es öfters zu probieren.

Jepp, man kann einfach nicht sterben. Nichts ist hier eine Gefahr, es gibt keine Gegner und man wird in Windeseile in der Nähe wieder zurückgesetzt... das gerade gewonnene Item behält man. Und anstatt der Gegner gibt's einfach nur gähnend lange und anödende Höhlensysteme, die höchstens in speziellen Locations ihre eigentliche Power entfachen, wie zum Beispiel beim Rummel-Event, wo ihr durch Lösen von Aufgaben Tickets gewinnen müsst, um letztendlich einen Preis zu gewinnen, der einer hübschen Lady gehören soll.

Unglaublich so'n Paar Beine im Doppelpack! Witzige Situation, nettes Pappaufsteller-NPC-Design - ich hätte mir mehr von diesen verliebten Hintergründen gewünscht.


Da erwarten euch seelenreiche NPCs wie den Magier, der jegliche Items unsichtbar machen kann, aber der unmotivierend dauerhaft gleich bleibenden Show überdrüssig ist und am liebsten möchte, dass ihr ihn umbringt.

Na? Wie man den perfekten Gewichtsschätzer wohl austrickst? Zu dritt? Mit mehreren Items in der Hand? Seine Augen sind hier der Schlüssel zur Lösung.

Oder den Gewichteschätzer, den ihr niemals austricksen könnt.
Hier wird's lustig und lebendig - überall passiert etwas, dort erzählt jemand etwas witziges - und zwischendrin wird gerätselt.
Das sind Momente, wo man fast wieder vergisst mit welchen schrecklichen Gameplayentscheiden man sich hier herumschlagen muss.

Sammle 5 Tickets, bringe 3 Minenloren, mach's mit sieben... ups, das wäre dann ja eine echte Gamerperle gewesen (Leisure Suit Larry).

Wo befindet sich die Haftungsausschlusszeile in Bezug auf den Spielspaß? Solche Gags sind leider im Spiel echte Mangelware und etwas zu lesen gibt's quasi nur in dieser einen Situation mit dem Warnschild.



Fazit:
Schade, Double Fine... ich liebe euch als bombastisch kreative Entwicklerschmiede, aber ihr habt das "The Cave"-Projekt gnadenlos verkackt. Man kann die gerade inaktiven Charaktere nicht zu sich rufen, die Rätsel sind teilweise viel zu einfach, man kann nur 1 Item tragen, der Kamera-Default-Zoom ist leider viel zu groß und man ist somit dahingehend gestört keine Vorab-Übersicht über den kommenden Verwinkelungsfaktor der Höhle zu erhalten. Schade, dass dahingehend noch fleißig Backtracking betrieben wird - aus beiden eben zuletzt genannten Gründen - und man zusätzlich im COOP immer im selben Screen bleiben muss, da der langsamere Spieler sonst eben eiskalt vom Gameplay temporär disabled wird. Und vom Nicht-Sterben fang' ich erst gar nicht noch einmal an.
Hier reiht sich ein Fail nach dem anderen - und letztendlich bleibt "The Cave" nicht nur einfach enttäuschend, sondern auch so dermaßen einschläfernd, dass man es kaum glauben kann.
Dabei gibt's doch einige Areale, wo fast alles richtig gemacht wird.
Schade schade schade. Ich rate jedem Interessenten: Let's Play reinziehen und ABWARTEN! Wer rätseln will, soll bitte zu "Chaos auf Deponia" oder sonstigen Daedalic-Games greifen. Danke.

Kommentare:

  1. TheCave sagt mir jetzt garnix..bin aber auch nich der Fan von solchen Spielen, aber da ist wohl jeder anders^^

    Achso Danke für dein YT-Kommentar, ja google hat gestern echt den wurm drin gehabt

    AntwortenLöschen
  2. Hm........ Schade!

    Ich hab mir das Spiel noch aufgehoben weil ich im Moment eh nicht dazu komme, und bis ich mal Zeit hab hätte es das bestimmt auch im Steamsale gegeben.. aber meine Vorfreude ist jetzt schon ein wenig getrübt :(

    Das es aber nicht soo der Kracher sein kann habe ich mir fast schon gedacht, ist ja schnell von der Bildfläche verschwunden.. außerdem sind Ron Gilbert und Tim Schafer zwar ein guter Anfang, für ein gutes "Lucas Arts Adventure" fehlt aber eine sehr wichtige dritte Komponente: Steve Purcell!!
    Gerade das Design des Spiels finde ich ziemlich belanglos, während man sich bei einem Monkey Island stundenlang jede Szene betrachten konnte.. so wie jetzt bei Daedalic! :)

    Naja, wenns das dann mal für 50% bei Steam gibt schlage ich zu, alleine als Dankeschön für viele schöne Stunden in den 90ern... ;)

    PS: Danke für den Duke Nukem Gutschein!! Natürlich gleich zugeschlagen ;) Ich hatte auf einmal 2, keine Ahnung wo die herkamen, mit dem anderen hab ich Flo den Duke gleich noch als Geschenk zukommen lassen.. ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sehr gut! Sobald wir nämlich alle Duke Nukem haben, können wir auch eine klassische Deathmatch-Partie antreten *g*

      Und bei "The Cave": gönn' es dir ruhig beim Steamsale und staune selbst wie schlecht die das grundsätzlich interessante Gesamtkonzept durchgehend eisern verkackt haben. :)

      Löschen