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Freitag, 20. Juli 2012

Diablo III




Meine Güte - Patrick bringt jetzt schon einen Test zu Diablo III raus? Gab's da nichtmal einen eher negativen Hinweis wenige Monate zuvor?




Vorgeplänkel

Bei den Millionen, die Blizzard bisher durch Diablo III (vergessen wir einfach mal WoW und Starcraft) eingefahren hat, sollte jeder darüber bescheid wissen, dass Diablo III ein Cloud-Game ist. Ihr braucht das Ding quasi entweder als Laden- oder Online-Version, müsst es zwar lokal installieren, wichtige Ereignisse und Trigger (vielleicht auch noch viel mehr) werden aber online während des Spielens übertragen. Das brachte auch vor allem zu Beginn des Releases riesige Probleme mit sich: die Blizzard-Server waren tagelang down, niemand konnte spielen. Vor allen Dingen Spieler, die irgendwo im Ausland mit Laptop oder einfach so während der Zugreise zocken wollen, gucken dumm aus der Wäsche: spielen geht nur mit Internetverbindung.

Ich halte diese Tatsache aktuell immer noch für eine Riesensauerei, konnte aber meinem Interesse nach Diablo nicht stand halten und wusste, dass da ein Superspiel hinter steckt. Derzeit haben es eh schon viel zu viele Menschen gekauft als dass eine Petition, für die ich unterschrieb, noch irgendetwas am Online-Zwang ändern kann. Schließlich baut das ganze Spiel darauf auf - vor allem auf dem Online-Auktionshaus, bei dem man nicht nur mit digitalem Gold, sondern auch mit echter Knete Dinge kaufen und verkaufen kann. Gerade wegen den PayPal-Gebühren und Verdiensten Blizzard's verdient sich der kleine Mann allgemein keine goldene Nase, sondern der schon seit Jahren übermächtige Großkonzern, der wohl auch kaum ein Ohr für die Belange der Endkunden hat und stur sein Ding durchzieht. Ich persönlich halte von Blizzard wenig, da sie über die Jahre zu einem arroganten Haufen Arschlöcher mutiert sind. Das bringt vermutlich der Erfolg mit sich und zeigt mitunter das wahre Gesicht von Menschen. Schade.

Auch hat mich das stetige Onlinesein gestört, da man mit ungefähr einer halben Stunde Inaktivität vermutlich rausgeschmissen wird - einmal ist mir das nämlich passiert. Auch hatte ich einmal beim Durchspielen die Konnektivität zu den Servern verloren (Schuld lag aber nicht an meinem Provider, sondern an den Servern Blizzard's) - und durfte - wie man es durch Diablo II gewohnt ist, die Map komplett nochmal spielen.
Eigentlich nicht schlecht: immerhin wird sie neu generiert, Ereignisse und sonstige Gegner neu gespawnt. Dummerweise war ich gerade dabei ein Ereignis abzuschließen, das mir dadurch versaut wurde.
Denn immerhin gibt es jetzt auch an Sony und Valve erinnernde Erfolge zu erzielen.

Aber dazu gleich mehr...



Ein gutes Spiel

Was man in Diablo tut, sollte eigentlich jedem klar sein: ein reinrassiges Hack'n'Slay, in dem ihr zwar eine interessante Grundgeschichte habt, es aber die Hauptmotivation ist, Monster zu killen, zu looten (= Beute machen), aufzusteigen und das Ganze von vorne zu beginnen.

In der Story geht's dabei die Wiederauferstehung Diablo's zu verhindern - natürlich ist das oberste Übel auch diesmal euer Erzfeind, das ist keine Überraschung. Schließlich ziert er nicht umsonst das Packungscover. Doch beginnen tut die Geschichte äußerst interessant: der sogenannte "gefallene Stern" soll untersucht werden, ist er doch jüngst in eine Kathedrale und dort ganz viele Ebenen tief unter die Erde vom Himmel gefallen.
Wie gewohnt sucht ihr euch zu Spielbeginn eine von fünf Klassen aus: Mönch, Zauberer, Dämonenjäger, Hexendoktor oder Barbar.

Meine Lieblingsklasse war schon immer der raue Nahkämpfer - und so begann meine Reise mit dem barbarischen Wutkrieger.

Allein schon zu Beginn ist mir der neue comicartige Look augefallen, von dem ich schon vor Spielbeginn wusste und mich darin verliebt habe. Und allein die 3D-Grafik mit Physikspielereien bei toten Gegnern wie sie schon Titan Quest vor vielen Jahren bot, ist endlich dabei. Auch wenn im Detail das ganze wie ein aufgepepptes Warcraft 3 oder WoW aussieht, also grafisch nichts hermacht, so gelingt es Blizzard zumindest vom Design her gewohnt viele gute und hübsche Details einzubauen, aber ohne sie aufzuzählen: freut euch einfach auf dieses Fest für die Augen. Ich für meinen Teil hatte zumindest oft das Gefühl, dass die Atmosphäre zumindest unter dem Bunten nicht leidet und es sogar gut passt.
Auch vermitteln die glaubwürdigen Charaktere mit all ihren unheimlich professionellen und bekannten Synchronsprecher ein nette Story.
Auf Wunsch könnt ihr wie gewohnt mit Haupt- und Nebencharakteren stets über diverse Dinge quasseln.



Das Suchtsystem

Was aber Diablo ausmacht, ist das stundenlange Gemetzel von Feinden und plündern von Schätzen. Einsteigen werdet ihr in die Welt aus vier Akten erst mit der Schwierigkeitsstufe Normal... und schaltet anschließend Alptraum, Hölle und Inferno nacheinander frei. In jeder sind die Monster natürlich heftiger, aber die Schätze hochwertiger. So findet ihr anfangs meist nur Krimskrams, im zweiten Durchlauf mehr gelbe Gegenstände (selten) und auch allerlei Rubine. Solltet ihr übrigens einmal sterben, müsst ihr nicht zum toten Körper hinrennen, sondern startet in der Nähe neu, habt ALLE Items im Inventar und angelegt, lediglich mit 10% Haltbarkeitsverlust. Denn anders verliert ihr kaum bis keine Haltbarkeit hatte ich den Eindruck.

Die könnt ihr aber wie gewohnt reparieren. Doch der Schmied, den ihr erst im Laufe von Akt I kennenlernt, kann noch mehr: Gegenstände herstellen oder zerstören und damit Essenz, die zum Herstellen nötig ist, freigeben. Außerdem könnt ihr den Schmied ausbilden, sodass er noch tollere Sachen herstellen kann.
Auch ist der später antreffbare Edelsteinschmied ähnlich drauf: ihn ausbilden geht genauso wie aus 2 schlechteren Edelsteinen einen guten machen. Wollt ihr Edelsteine aus euren Rüstungen entfernen? Kein Problem - macht er genauso.

Für all das, aber noch viel mehr gibt's jetzt sogenannte "Erfolge" - eine reine Ingamespielerei von Blizzard. Wozu das gut ist, weiß ich nicht, aber so sammelt ihr sie, wenn ihr gigantische Endbosse vernichtet, bestimmte Gebiete oder Ereignisse entdeckt oder andere Sachen vollführt habt.
Dies ist auch mein Hauptmotivationsfaktor am Game, bei dem ich nach Beenden der Kampagne direkt von vorne mit Alptraum angefangen habe.
Übrigens: Die Kampagne dauert nicht allzu lang. Zumindest fühlte sich das im Vergleich zu Diablo II als "weniger" an. Schade. Schade außerdem: sobald ihr in einem späteren Akt seid, könnt ihr NICHT mehr in den vorherigen Akt zurück. Das ist ziemlich doof... es sei denn ihr wählt vor dem Spiel eine alte Quest aus. Inwiefern man aber von da aus wieder zurück kann, ist mir noch nicht bekannt - testen werde ich es aber noch.

Wie gewohnt gibt es natürlich auch zwischen den Akten einmalige hochkarätig designte Cutscenes - diesmal aber mit einem ungewöhnlichen qualitätseinbußenden Filter übersehen. Ein wenig fragwürdig - trotzdem sind die Videos immer noch richtig toll gemacht und man wünscht sich davon mal einen Film in Spiellänge sehen zu dürfen.



Alt kommt weg, jetzt kommt neu

Das, was aber dem alten Fan eventuell sauer aufstoßen wird, ist das Upgradesystem. So verteilt ihr bei jeder neuen Stufe keine Punkte mehr, sondern schaltet Fähigkeiten frei. Hauptattribute wie Stärke, Vitalität und so weiter werden automatisch verteilt. Die Fähigkeiten aber (Primär, Sekundär - und vier weitere) sind dann euch überlassen. Ihr könnt quasi euren primären Angriff auswählen - Normal, breit gefächert oder doch Raserei, wo ihr nach jedem Schlag schneller angreift?
Auch sind die anderen Fähigkeiten enorm wichtig und eventuell bei einem starken Endboss mit bestimmter Festlegung besser als allgemein.
Mit erreichten Stufen schaltet ihr nämlich Runen frei, die bestimmte Fähigkeiten in bestimmte Weise verstärken und beispielsweise mit einem Stampfer gleich Gegner betäubt werden. Eine Rune kann aber immer nur für eine Kraft eingesetzt werden - ihr könnt aber zwischen den Runen beliebig wechseln. Die Runen sind im System eingebettet, also keine Gegenstände, die ihr irgendwo aufsammeln könnt.

Auch heilt ihr euch primär nicht mehr mit Heiltränken, da sie eine lange Abklingzeit haben, sondern mit Heilkugeln. Die tauchen meist nach dem Ableben von starken Endgegnern auf, müssen also gut dosiert werden. Manchmal ist aber genau das ziemlich bescheuert designt, da auf Alptraum Gruppen von härteren Gegner mit üblen Spezialfähigkeiten euch ziemlich schnell den Gar aus machen können.
Euer Stadtportal wird erst im Laufe des ersten Aktes freigeschaltet, ist aber stets aktivierbar. Und mittels Monolithen kommt ihr auch aus der letzten Ecke eines tiefen Dungeons schnell wieder raus.

Insgesamt also recht toll, dieses Diablo. Vor allen Dingen, da ihr jederzeit euer privates Solo-Spiel öffentlich machen und so unbekannte oder bekannte Spieler / Freunde einladen und gemeinsam auf die Monsterhatz gehen könnt.



Fazit:
Diablo III ist nach wie vor ein wirklich geiles Spiel mit wahnsinnig viel Suchtpotenzial. Vor allen Dingen die Comicgrafik, die professionelle Vertonung und das nette Zufallsprinzip in schicken Levels anstatt eckigen Gebieten (wie im Vorgänger) hat mir sehr gefallen. Die Erfolge bringen hohen Wiederspielwert und allgemein ist das Spiel professionell gemacht.
Blöd nur, dass Blizzard ein Arsch ist und kaum auf die tausend Spielerbeschwerden hört - der Onlinezwang sorgt öfters für kleine Lags (ihr werdet 10m zurückgesetzt), selten mal für Verbindungsabbrüche, aber IMMER für den Online-Zwang. Im letzten Fleckchen der Erde mit dem Laptop mal ne Runde Diablo III? Forget about it!
Gerade das macht es möglich, dass irgendwann Anno 2034 niemand mehr Diablo spielen kann, da die Server offline sind. Oder kommt dann mit dem "Final Patch" der Offline-Modus? Ich weiß nicht...

Kommentare:

  1. Hm.... da bin ich ja fast enttäuscht von dir dass du das Spiel unterstützt hast ;)

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  2. Am Anfang bin ich öfters alle zwei Minuten rausgeflogen...war echt ärgerlich weil man iwann echt keinen Bock mehr hat.. ;-)
    Das was viele auch beklagen und dem ich mich nur anschließen kann, ist die Tatsache, dass es auf "Inferno" so krass hart wird ohne dass man schon wirklich geiles Equip hat (es sei denn man ist vorher 10-mal durch Hölle gelaufen oder war fett im AH shoppen :( )
    Alles in allem bin ich mittlerweile doch wieder zu WoW zurückgekehrt und erwarte mir vom neuen Add on wieder etwas mehr Spielspaß.
    Mit jedem Charakter 10000 Mal überall herzurennen fand ich iwann dann doch relativ witzlos ...

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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