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Sonntag, 29. Dezember 2013

Kingdom Hearts 1.5 HD Remix (PS3)



K-K-K-Kingdom wupwupwupwup Hearts 1.5 Heeeeeeeeeeei Däfänischen RE-MIX feat. GeldausderTaschezieh-MC und Lady WerbrauchtdenScheiß

Ja, manch einer mag sich verwundert die Augen reiben, wenn er das Cover in meiner Spielebibo erblickt und manch einer wird seinen Namen vor Glück in die Lüfte tanzen. Für mich ist vor allem letztere Spezies ganz besonders interessant.
Aber fangen wir mal ganz von vorne an.

"Kingdom Hearts" ist für mich bis zum Kauf dieses Titels absolutes Neuland gewesen. Vielleicht hier und da mal was von gehört, aber noch NIE einen Teil in Bewegung gesehen oder Tests darüber gelesen - lediglich Screenshots und diverse Male den Namen in irgendeinem anderen Testbericht aufgegriffen. Jetzt gibt's dieses neu aufgelegte Paket des Erstlings mit zwei kleinen anderen kleinen Titeln namens "ReChain of Memories" und "358/2 Days" als ein großes Fresspaket, für alle, die noch nicht auf den Geschmack gekommen sind.
Um aber 100% Konzentration auf das Hauptwerk zu legen, werde ich nun erst einmal die beiden Nebenteile abspeisen und zur Hölle schi... ähh... natürlich eine gewohnt gebührende ehrenvolle Rezension verpassen. *g*

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"ReChain of Memories" ist quasi der Hauptteil als Kartenspielvariante. Das erscheint zunächst einmal komisch und lässt sich auch nicht gerade einfach erklären, ist aber gerade deshalb der Grund warum ich nach wenigen Minuten schon keinen Bock mehr hatte, das Ding nun wieder seinen belegten HDD-Speicherplatz freigeben muss und eventuell ein weiterer Grund ist das ganze KH-Paket auf eBay zu stellen.
Das Spiel spielt ihr wie auch im Hauptteil üblich aus der Verfolgerperspektive. Aus dieser Sicht geleitet ihr Hauptcharakter Sora durch diverse generische Dungeonbereiche, haut sichtbare, aber meist still stehende Gegner mit einem Schlag an und beginnt so diverse separate Arenakämpfe. Ihr habt dazu Kartendecks, die ihr selbst definieren und wechseln könnt. Das Spiel kennt - wie auch im Hauptgame - keine Pause und ist deshalb mindestens genauso unnötig hektisch. Nacheinander spielt ihr die Karten aus - habt ihr niedere als die des Gegners, blockt selbiger... habt ihr höhere, wird Schaden ausgeteilt. Zaubern oder Verstärkung rufen geht außerdem. Die Story wird in langweiligen Cutscenes erzählt, die man getrost überspringen kann. Selbst "Walt Disney" höchstpersönlich empfiehlt die Finger von dem Müll zu lassen:


Jedenfalls braucht man diesen Kartenspielquatsch nicht, nachdem man das Hauptspiel durchgezockt hat und weiß wie sich eine halbwegs spielbare RPG-Vorlage zu spielen hat.
Zwar funktionieren Kartenspiele zusammen mit Videogames ganz gut - was beispielsweise die zwei "Metal Gear: Ac!d"-Ableger schon bewiesen haben, aber dort war das Konzept auch brettspielartig auf einer Map mit Spielfeldern ausgelegt. Hier vermischt man - erneut ungekonnt - RPG-Elemente mit Echtzeit-Kloppereien. Dass man dort nicht viel Zeit für taktische Manöver hat, ist uns denk ich mal allen klar.

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Das nächste Machwerk ist "358/2 Days", welches sich als dreistündiger Komplettfilm der ursprünglich 2009 auf dem Nintendo DS releaseden gleichnamigen Vorlage entpuppt. Keine Ahnung, ob hier Nintendo noch ein Wörtchen mitzureden hatte und wollte, dass die Handheld- / Handheldspiel-Verkäufe angetrieben werden, nachdem man hier nur die halbgare Portion serviert und dadurch Hunger auf das Hauptgericht bekommt. Fest steht: Ihr könnt nur alle Cutscenes der Vorlage als einen gesamten Film anschauen bzw. einzeln auswählen.
Zwischendurch gibt's immer mal wieder fade Texteinblendungen, aber das war's dann auch schon. Nichts zu spielen - nur was für die Matschaugen. Wer's braucht und für wen das der wahr gewordene Pixel-Porno ist, der kann sich das gerne reinziehen - ich hab alles nur durchgezappt, damit ich die Trophy-Prozente auf 100% bekomme. Und das in ca. 10 Minuten. Krass ist, dass ihr hier sogar 3x Goldtrophies geschenkt bekommt - für's Nichtstun quasi. Gold seht ihr nämlich für harte Arbeit in den anderen beiden Teilen so gut wie nie. 50 Stunden ins Hauptspiel investiert bis ich nach dem Endkampf die Credits sah - und habe dafür insgesamt nur 1x Silber ergattert und hier sind's 10 Minuten und ich erhalte 3x Gold plus 3x Bronze. Welchen asiatischen Sonderschüler haben sie da nur wieder an die Festlegung der Bedingungen gesetzt? -.-

Kommen wir aber nun zum eigentlichen Thema = "Kingdom Hearts 1 - Final Mix" (yoyoyo - this is da final remix, mothafuckin' bro - check it out with yor chicks, man!).

Bevor ihr aber überhaupt vom Hauptmenü aus ins spielbare Erlebnis eintauchen könnt, müsst ihr euch einer unerträglich furchtbaren Scheiß-Introsequenz mit schnulziger 90er-Pop-Kuschelrock-Mix-Musik im Hintergrund stellen.
Ihr glaubt ihr seid hart genug für den deftigen Tobak?
Bitte:


Es war für mich tatsächlich so unglaublich unerträglich, dass ich es einfach stummschalten musste und mich derzeit um haushaltstechnische Sachen kümmerte.

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Wer ist dieser Junge?
Wer ist dieses Mädchen?
Wo sind die beiden dort?
Was soll dieser andere schmierige "Bad guy" dort?
Und warum hat der - ebenso ein furzgesichtiges Spackenkind - graue Haare?
WTF?

Ich hatte zwar ein Kinderspiel erwartet, aber nicht eines dieser Sorte. Da würde mir eine Videospielumsetzung der Teletubbies vermutlich noch besser munden als das hier.

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Jedenfalls fängt man dann in nichtssagenden Kämpfen und auf einer nichtssagenden generischen kleinen Karibikinsel an, spielt ein wenig mit seinen Freunden und wird dann der Schlüsselschwert-Auserwählte. Und genau das ist eines der drei Elemente, die ich an diesem Spiel mag: Die coolen Schlüsselschwerter!

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Für jede gemeisterte Welt gibt es später jeweils ein eigens designtes Schwert, das für euch Vor- und Nachteile in Sachen Schadensverteilung und Magieeigenschaften hat.
Das zweite coole Element ist die Vermischung mit Disney-Figuren. Sie alle als 3D-Models in Bewegung zu sehen, mit ihnen zu kämpfen oder in die entsprechenden Welten abzutauchen (mein Gott - wir können im Wunderland umherspazieren, durch Nimmerland fliegen oder Agrabah unsicher machen), ist wie ein wahr gewordener Kindheitstraum. Quasi "unfinished business" zu erledigen, wozu wir als Kinder noch nicht die Möglichkeit hatten oder uns nur in einzelnen überteuerten und unfair schweren, dazu noch möglicherweise optisch schlechteren NES-Varianten dieser bewegen konnten.
Das dritte ist das Looten &  Leveln.
Na, ihr wisst schon:


Dass das Spiel dann aber trotzdem größtenteils nur einen Arsch voll Scheiße darstellt, den es schließmuskelunkontrolliert stets über das Gesicht des Spielers hält, erkläre ich euch im Folgenden.

Zunächst einmal fällt einem die Story immer mal wieder ins Gesicht.
Da gibt's erst einmal Kairi, die mit ihrer Kurzhaarfrisur allen von Frauen umschwärmten Romeos dieser Welt Konkurrenz macht und dazu mit ihrem Ballonkopf und den Goofy-artigen Riesentretern hässlicher nicht aussehen kann. Ich mein: Wir treffen hier in dem Spiel später alle möglichen Disney-Prinzessinnen - und die sogar alle quasi nebeneinander stehend an und wissen, dass selbst eine einzige davon 10000000000000000000000x besser aussieht als die ekelhafte blöde Tussi.


Bereits im Intro dachte ich nur: "Oh nein... bitte lass dieses Viech kein Hauptcharakter sein... bitte tu mir das nicht an! :(" - und fortan ignorierte ich jedes Wort von ihr, übersprang Cutscenes, in denen sie vor kam und versuchte stattdessen einfach die Rettung der Welt als das EINZIGE Ziel im Fokus zu behalten.
Findet ihr das oberflächlich?
Mag sein, aber dies mit meinem Empfinden in der Realität gleichzusetzen, halte ich für einen Trugschluss.
Disney wusste wie hübsche Frauen in Filmen, die eh fantasiereich, makellos sind und zum Träumen anregen, auszusehen haben. Square Enix weiß es allerdings nicht. Und die Wachowski-Geschwister mit Trinity ebenso nicht.

Zurück zum Ziel der Reise:
Sora muss mit seinem heiligen Schwert alle Schlüsseltore schließen und die Herzlosen den Zutritt zu den verschiedenen Welten verwehren.
Dabei helfen ihm Donald und Goofy - und auch weltenbedingt temporär Helden wie "Aladdin", "Tarzan" oder "Peter Pan".

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Das ist soweit auch in Ordnung und schön, aber die Handlungskonflikte, die hier ausgetragen werden und die Gefühle, die man hier versprühen will, sind auf allerunterstem Niveau. Ich zweifle es noch immer an, ob mir der Quatsch als Kind noch zugesagt hätte.
Liebe? Fehlanzeige.
Persönliche Stärken, Schwächen, Probleme? Fehlanzeige, Fehlanzeige, Fehlanzeige.
Alle Akteure bleiben bis zum letzten Farbpigment äußerst blass und nichtssagend zurück.
Da hält Sora eine eigentlich als motivierend angedachte Rede ala "Ich brauche kein Schwert zum Kämpfen. Das Wichtigste ist, dass ich ein Herz habe. Das und meine Freunde brauche ich, um euch zu besiegen." - und in dem Moment kommen Donald und Goofy wieder zu ihm und beweisen ihre "Treue" (, obwohl sie ihm Minuten zuvor in einer Cutscene den Rücken verräterisch zugedreht haben). Und das ist nur eine der unerträglich schnulzigen Cutscenes, die man mit Pseudo-Kinderweisheiten jeglicher Art ertragen muss.
Kurzum: Tut euch selbst einen Gefallen und skippt die Zwischensequenzen - oder den Moment, als ihr den Kauf dieses Werk ernsthaft in Betracht gezogen habt.

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Problem Nummer 2 sind die Kämpfe. Im Prinzip machen sie Spaß, da sie in Echtzeit ablaufen und eigentlich nur Diablo-like Kloppfutter anbieten und von euch nichts anderes als Buttonmashing abverlangen. Zu dumm aber, dass diese Kämpfe teilweise unheimlich unfair sind und ihr bei gewissen Endbossen / normalen Gegnerkonstellationen schneller das Zeitliche segnen könnt als euch lieb ist - und das so unfassbar plötzlich und endgültig, dass ihr quasi nichts dagegen unternehmen könnt.
Ein Mega-Fail ist, dass man die Fights nicht pausieren kann. Zwar sorgt der Start-Knopf für ein Bildschirmfreeze mit "Pause"-Logo in der Mitte, aber das gewohnte Menü zur Item- / Zauberauswahl bzw. Abrufen des Char-Status' ist nicht möglich. Stattdessen müsst ihr in Echtzeit (hier kommt die andere Seite der Medaille) auf ein recht dürftiges Menü zugreifen. Mit den beiden Analogsticks steuert ihr Held und Kamera, während das Digikreuz dafür sorgt, dass ihr zwischen Menüpunkten "Angreifen" (es gibt nur einen Nahkampfangriff o.O), "Item" und "Zauber" auswählen könnt. Jeder Punkt führt euch in eine Untermenüliste. "Item" zeigt euren - sagen wir - Inventargürtel, an dem eine limitierte und speziell gewählte Auswahl an Items im Kampf zur Verfügung steht. Mit einigen könnt ihr euch heilen, andere sorgen für mehr Mana, manche wirken nur auf einen Char, manche auf alle.

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Mit L1 könnt ihr dann ein Shortcutmenü aus 3 Zaubern öffnen, das euch die Möglichkeit gibt sofort eure Lieblingszauber zu wirken - über das entsprechende Menü kommt ihr aber auch umständlich an alle heran.
Dumm nur, dass sich das dicke Menü nach Wirken eines Zaubers sofort wieder schließt und ihr erneut navigieren müsst.
Darüber hinaus FEHLT einfach Herrgott noch mal die Möglichkeit das Geschehen verfickt noch einmal zu pausieren. Habt ihr "Square Enix"-Spasten noch nie etwas von "Baldur's Gate" gehört? Das gibt's seit Urzeiten und selbst in späteren BioWare-Titeln wie Dragon Age Origins gab's diese Funktion noch. Warum sollte es also bei einem Final-Fantasy-Verschnitt wie diesem nicht auch möglich sein?
Was ist das verdammte Problem nicht zu Beginn zwischen rundenbasiert und Echtzeit wählen zu können?
Und was verdammt noch mal ist das Problem nicht den Schwierigkeitsgrad mitten im Spiel wechseln zu können, falls man herausgefunden hat, dass dieser einfach nur schlecht ausbalanciert ist und nicht zu einem passt?

Als ich nach Verdammung dieses Videospiel-Scheusals aus meinem Regal das nächste Game (Ni-No-Kuni) rausgeholt, eingelegt und zu spielen angefangen hab', wurde mir zu Beginn gleich mitgeteilt: Den Schwierigkeitsgrad kannst du jederzeit nach Beginn des Spiels in den Optionen ändern.
JA - DANKE!
So sieht vernünftige spielerfreundliche Programmierung aus.

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Stattdessen darf ich beim Atlantica-Endboss "Ursula" 15x hintereinander abkacken ehe ich's halbwegs gebacken kriege über dieses schlechte Bossdesign drüber hinwegzukommen. Aber wehe jemand wagt sich an die "geheimen Bossgegner", die dir wie "Ultima Weapon" oder "Bla Weapon" in FFVII den Arsch 75894674587496x versohlen, ehe du dich bis zum Hauch einer Chance gegen die Viecher hochgelevelt hast.
Aber okay - manch einer braucht ja diese zeitraubende Beschäftigungstherapie. Fehlt nur noch, dass es als Preis eine downloadbare Papercraftvorlage für einen Pokal gibt, den man dann zusammenbasteln und seinen Freunden zeigen kann.
Mein Gott... wer nimmt sich überhaupt die Zeit hier bis in alle Unendlichkeit rumzuleveln, nur um dann 1 bestimmten Gegner zu killen?
Da ziehe ich lieber mit meiner Kamera los, fahre mit meiner Freundin zu einem Ort, an dem wir beide noch nicht waren, machen Fotos, lassen es uns gut gehen und entspannen. Davon hab' ich mehr Entspannung, mehr Nachhaltigkeit, Spaß und Erinnerungen als "Ultima Weapon" nach 39859845 Stunden besiegt zu haben. >___<

So waren mir also auch hier die gesonderten Deppengegner scheißegal - können die halt im Nirvana der pixeligen Geschmacklosigkeit verstauben. "Mir is des Wuäscht..."

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Nichtsdestotrotz hatte ich aber auch Spaß beim Spielen. Woran das lag? Ein Zitat von vor 5 Minuten: "Looten und Leveln". Das Grundprinzip und Hauptsuchtentfacher eines jeden RPGs! Obwohl es wenig einzigartige Ausrüstgegenstände wie in D3 oder anderen Hack'n'Slays gab, war es doch immer wieder motivierend sich mit steigernder Leichtigkeit durch die respawnenden Monstermengen zu metzeln. Zwar störte mich außerdem noch die Abwesenheit von speziellen oder alternativen Angriffsmöglichkeiten oder fehlenden Fernkampfwaffen und auch der enorme Magieverbrauch war nicht meins, doch die Klopperei und das Aufleveln (ohne anschließende Skillpunkteverteilung) hat trotzdem Spaß gemacht, weil man wusste für den nächsten Kampf besser vorbereitet zu sein.
Blöd ist allerdings, dass die Kampfmoves recht starr animiert ablaufen und einen Tick zu träge ausfallen. Häufig wirbelt man nur heiße Luft auf anstatt die quirligen oder zu weit entfernten Gegner zu erwischen.
Apropos Steuerung: Da man sich bei Square gedacht hat, dass in diesem 3rd-Person-Abenteuer ja auch Sprungpassagen nicht fehlen dürfen, kann Sora auch munter durch die Gegend hüpfen. Blöd nur, dass es einen kleinen Delay zwischen "Taste drücken" und "Hochspringen" gibt (kein Input-Delay vom Fernseher) und man sehr gern bei getimeten Hopsern den Abgrund runter fällt anstatt das zu tun, was man gerade eingeplant hat. Problem ist außerdem, dass es sich anfühlt als ob eine Kante zum Abgrund hin bei Fußkontakt SOFORT den Hauptcharakter fallen lässt - und einem nicht die Möglichkeit gibt den Sprung korrekt auszuführen. Es ist schwer zu erklären, fühlt sich aber so an ob Sora a) ein unfähiger fetter Klopps ist und b) die Abgründe einen STETS magisch anziehen - wie ein unbändiger kraftvoller Magnet eben. Sprungpassagen haben sie also auch gekonnt versemmelt.

Aber was mich außerdem noch gestört hat, war die Unfähigkeit mir ein Questbook zu geben mit dem Hinweis was ich als Nächstes machen muss. Besonders im Tarzan-Dschungel muss man sinnloserweise immer zu ganz speziellen Orten reisen, um die Story voranzutreiben. Ich hatte aber nie die gezielte Ahnung WO genau das nächste Ziel sich befindet - und so klapperte ich alles munter ab - benutzte aber recht schnell eine geschmeidige: Komplettlösung. So hatte ich nie wieder Probleme ein Spiel zu verstehen, was nicht verstanden werden will. Na dann... bin ich dir wayne, bist du mir wayne. :)

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Eine weitere Unzulänglichkeit, die mir das Spiel bot, ist die fehlende Möglichkeit zu blocken - zumindest wenn man wie ich anfangs die Klasse "Krieger" mit "Magier" anstatt "Schildträger" vermischt. Ich zweifle noch heute daran, dass über die damit zusammenhängenden Skillabänderungen noch andere Änderungen, hier eben das Blocken, also insgesamt das aktive Gameplay sich so drastisch geändert hätte. Ich glaube nicht, dass "Kriger" und "Schildträger" dazu geführt hätte, dass ich nicht mehr zaubern hätte können.
Aber wie man's auch dreht: Die Möglichkeit in einem Echtzeitkampfszenario die Angriffe nicht blocken zu können, ist und bleibt ein Riesenfail. Sprungrollenausweichen heißt hier die Devise. Dumm nur, dass die Bosse teilweise 3x so groß wie der aktuelle Bildschirmausschnitt sind oder aufgrund riesiger Anzahl um einen herum außerhalb des Sichtfeldes rumwuseln und dann auch das Ausweichen zum Scheitern verurteilt ist.

Was mich auch zum nächsten Problem führt: Die Kamera. Besonders in sehr engen Gebieten stellt sie ihre fehlende Konzentration auf's Wesentliche unter Beweis und zeigt, dass man ihre Betrunkenheitsfahne schon förmlich durch den Fernseher erschnuppern kann. So ungekonnt wie sie umherschaukelt, ist es oftmals ein Graus sich a) auf sie zu verlassen und b) sie manuell auszurichten.

Aber meinen herzallerliebsten Aufhänger habe ich mir natürlich zum Schluss aufgehoben.
So kindlich und daher Geschmackssache das Spiel auch sein mag - ein Punkt wird auf ewig für einen Lacher gut sein. Keine Ahnung WER sich diesen Bullshit ausgedacht und innerhalb eines feuchten Traums auf diesen pädagogisch wertvollen Namen gekommen ist, aber dass unser eigenes zum Wechseln der Planeten / Welten notwendige Raumschiff aus bunten Bauklötzchen besteht und "Gumi-Jet" heißt, ist einfach nur ein Witz.
Ich mein: Guckt euch doch einmal den Vergleich eines Raumschiffes aus FFVIII und einem aus Kingdom Hearts an:


Wenn sie jetzt noch eine kleine Abakus-Zählaufgabe eingebaut haben, in der Graf Zahl auch noch einen Auftritt gehabt hätte, wäre zwar die Zielgruppe noch einmal präzisiert worden, aber auf diese Weise kann ich das Ganze nur als schlechten Scherz hinnehmen.
Was heißt hier "Gumi"?
Klingt wie "Gummi", nur halt von einem Krippenkind innerhalb des ersten Schreibversuchs falsch hingekritzelt. Besteht das Teil etwas aus Gummi? Wäre alternativ sogar Knete möglich gewesen? Spielen wir hier mit Play-Doh? Sind hier die bereits verwendeten Präservative von Mama & Papa zu neuen bunten Bauklötzchen verarbeitet worden?
Es klingt nicht nur total bescheuert (Szene auf'm Schulhof:

"Ey jo Alter, ich bin ja grad fett krass am Kingdom Hearts zocken."

"Yeah, fett. Isch hab gehört da sind voll digge Raumschiffe mit dabei, 'schwör!"

"Meinst wie bei Feinäll Fäntäsie? So Racknarock und wie die alle heißen. Chico, die sind da viel krasser. Ham da so Namen genommen, die man sisch wirklisch märken kann, weissu? Gumi-Jet heißen die. Voll sTyLaH, jo chabo?"

), sondern ist es auch. Man kann sich da auf Basis von diversen Plänen neue Spielzeuge zusammenbasteln - es aber auch gleich sein lassen.
Das Baumenü ist sowieso von unintuitiv bedienbar und hässlich geworden, dass ich keine Minute länger als bis zur Bronze-Trophy da rumgeistern und ausprobieren wollte.
Schaut's euch doch an:

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Einfach ein Haufen hingeklatschter stark miefender Reinheitsscheiße. Und ich meine: Es ist nett, dass ihr mir die Baumöglichkeit gebt, aber wenn's a) zu kompliziert, b) zu uninteressant, weil c) alles superhässlich aussieht als die schlimmsten Raumschiffvarianten in Star Trek zusammen, dann ist das ganze Teil einfach nur überflüssig. Besser weglassen und coole vordefinierte Exemplare abliefern als diesen Bullshit anzubieten.

Noch ein Hinweis für alle Hardcore-Fans, die sich trotz dessen dieses Spiel kaufen: Die laut vielen Fans hervorragende, mir aber unbekannte deutsche Synchro fehlt. Nur engl. Sprecher, ansonsten halt lediglich deutsche Texte. Für einige ist das ein weiterer Kaufverweigerungsgrund. Die engl. Synchro ist in Ordnung, aber ich denke Deutsch wäre hier angenehmer gewesen. Sora's "Take that!", "Gotcha!" und sonstige nervige Quietschaussagen gehen einem nach einer kurzen Weile ziemlich auf den Sack.



Fazit:
Und nachdem ich dieses Spiel im Folterkeller ausgepeitscht, Brandwunden hinzugefügt und alle möglichen Exorzismus-Techniken zum Vorbeugen einer epidemischen Ausbreitung angewandt habe, steht's euch jetzt frei mich nach folgender Aussage für verrückt zu erklären: Den Nachfolger werde ich mir trotz der genannten Mängel ebenso in der 2.5 Blargh-Mix-Edition zulegen. Warum?
Weil das Kampfsystem und Sammeln von Items bzw. Entdecken der Welten stets ein Grundmaß an Laune mitgebracht hat, um einfach weiter zu machen. Natürlich hängt das stark mit dem zweiten Grund zusammen: Mein sehr geschätzter lieber Kollege "Le Jake" hat mich wissen lassen, dass der Nachfolger rezensionstechnisch besser abgeschnitten hat als der Vorgänger. Es wird also BESSER - und die Hoffnung, dass viele der genannten Punkte ausgemerzt sein werden, schenkt mir Hoffnung.
Dass die Babystimmung immer noch bleiben wird, ist klar - aber was sich hier darbietet in Sachen Steuerung, unpausierbare Echzeitfights, unerträglich kindliche Darbietung eigentlich interessanter Disney-Themen, einer sauhässlichen storyzentralen Madame, "Gumi-Jet" und vielen sonstigen Unzulänglichkeiten im Gameplaydesign, lässt mich nur dazu führen euch von diesem Titel abzuraten. Wenn ihr die Kingdom-Hearts-Reihe nicht kennt, dann bleibt dabei und nehmt weiterhin gebührend Abstand.
Es ist ein Armutszeugnis, was sich hier designtechnisch darbietet und das kann man wirklich in keinster Weise wieder nach oben katapultierend wegargumentieren.
Einfach niecht miegliech!

Gebt das Geld lieber für reichlich Schnaps und mildere alkoholische Produkte aus und lasst's ins Neue Jahr reinkrachen! :) Guten Rutsch, liebe Leserinnen - guten Rutsch, liebe Leser! Wir sehen uns im nächsten Jahr wieder - 'schwör Alda! ;)

Kommentare:

  1. Hm. Ich habe Kingdom Hearts immer gerne gezockt und mich auch auf die Welt eingelassen. Kann deine Meinung nicht nachvollziehen. Hol aber auch lieber wieder die PS2 Originalversion raus und spiele diese, 1.5 brauchts wirklich nicht.

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  2. Alter Pats sorry wenn ich das sage, aber das war ein bisschen zu heavy. Du solltest immer ein bisschen deine Professionalität im Auge behalten. Kingdom Hearts ist jetzt nicht so schlimm, auch wenn ich das nicht so mag. Du bemalst immer nur weiß oder schwarz, aber jedes Spiel ist grau.

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    1. Ich weiß was du meinst mit "heavy", aber dieser Blog ist genau das: Übertrieben. Daraus ergibt sich für den ein oder anderen auch Humor. Klar ist das Medium "Schrift" nicht gerade superdynamisch, sodass man meine Ausartungen auch körperlich sehen kann, aber wenn diese überspitzte Meinung etwas sein soll, dann a) witzig und b) verdammt noch mal ehrlich. Denn das peinliche Schmierentheater aller großen Verlage / Magazine steht mir bis sonstewo. Ich schreibe genau das, was ich von jemand anderen so gerne erwarten würde.

      Hier kommen Spiele auf den Prüfstand und werden auseinandergenommen, wenn da was nicht stimmt und / oder scheiße designt wurde. Der AVGN bzw. James Rolfe lebt nach gleichem Prinzip und ja, irgendwie ist der Gute schon ein wenig mein Vorbild. :)

      Schwarz und Weiß rocken.
      Auf andere Farben steh' ich nicht. <3

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  3. Hi Patrick!
    Mal abgesehen von den beiden Ablegern - bei denen ich deine Meinung teile - aber WTF! Ich war absolut überzeugt davon, dass dir KH gefallen wird, weil ... naja, weil es TOLL ist!

    Aber vermutlich ist es wie mit allen Games, die man von früher kennt, WENN man sie von früher kennt. Für mich ist es eines der wunderschönsten Spiele, die es gibt. KH reicht für mich locker an einige FF- Teile heran. Natürlich ist das Design ein anderes, immerhin hat Disney mitgemischt und es sollte ja auch nicht so "düster" wirken, wie die meisten FF- Teile.

    Aber gut. Interessant, wie man das Spiel in unserem Alter sieht, wenn man es das erste Mal zockt. Ich mit meinen damals +- 13 Jahren war begeistert, ebenso wie ich es von den FF- Teilen auch war. Und das bin ich bis heute.

    Einzig die Synchro mag ich gar nicht. Es soll eben bitte alles so bleiben, wie damals. :D Und von daher verging mir auch die Lust weiterzuspielen. Der "Zauber" ist nicht so da, wenn Donald und Goofy englisch sprechen. xD

    Dennoch, auch wenn wir hier nicht einer Meinung sind. ^^ Ich wünsche dir und deiner Familie einen guten Rutsch und alles Gute für's neue Jahr!

    Liebe Grüße
    Melli

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    1. Dankeschön, liebe Melli! :) Ich wünsche dir auch ein Frohes und richtig wuffig-knuffiges neues Jahr! ^__^

      Das mit der Meinung ist halt das übliche Thema - und beim Schreiben habe ich mich oft gefragt was du wohl dazu sagen würdest. Ich hatte oft in Erinnerung, dass du mir es empfohlen hast, bin aber aufgrund dessen keineswegs enttäuscht, sauer oder irgendetwas dergleichen. Ich habe mich einfach nur gefragt, ob es nicht zu hart ist, wenn du so was zu lesen bekommst, was du doch so sehr schätzt.
      Aber ich wollte hier - wie immer - die ehrliche Meinung. Alles andere wäre nur ein blöder Fake gewesen.
      Und drum steht's hier so wie's hier steht.
      Ich denke, dass auch genau das, was du hier als Begründung bringst, das ist, was sich hier abgespielt hat. Wäre ich jünger beim Start der Reihe gewesen und hätte alles von Anfang aufgesaugt, vllt wäre alles ganz anders gekommen. :)

      Ich freu mich auf deine Mail.
      Wann kommt die denn?^^

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