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Montag, 12. November 2012

Medal of Honor - Warfighter



Better than I thought...

Danger Close Games, auch als "DreamWorks Interactive" (The Neverhood, T'ai Fu, Clive Barker's Undying) oder "EA Los Angeles" (viele MoH's, darunter auch "Airborne" und "Pacific Assault") hat sich nach dem 2010 erschienen "Medal of Honor"-Reboot nun dran gemacht einen würdige(re)n Nachfolger zu basteln.

Ganz nach dem Marketing-Eiertanz-Blarg ala Battlefield 3 bzw. Call of Duty versprach man "ganz viel Realismus" und "Zusammenarbeit mit Navy Seals" (aktuell gerade in den Schlagzeilen). Was kam dabei raus?
Natürlich komplett nach Erwartungshaltung ein linearer Railroad-Shooter.
ABER: ein wider schlimmster Erwartungen doch erstaunlich guter.

Ungewöhnlicher Start, aber dennoch gewohntes BummBumm in den ersten Minuten. Fluch und Segen zugleich.
Hübsch: die Schadensrückmeldung vom HUD.


Wo Call of Duty einfach nur viele "BUUUUUUUMMs" und "BÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄMs" aneinander reiht, fällt MoH Warfighter erstaunlich gut aus der Reihe.
Zwar habt ihr hier lediglich eine Kampagne von 13 Kapiteln, die nach rund 5 Stunden auch durchgerockt sind (wobei eins gerade mal 5 Minuten dauert = peinliche Ausnahme), doch liefert sie euch nicht nur gute Unterhaltung, sondern auch Abwechslung und eine bemüht tiefergreifende Rahmenhandlung, die zwar auch ein wenig patriotisch endet, aber dieses Mal mit einem realistischeren Blickwinkel einer Ehefrau eines Seals, den ihr hauptsächlich durch die Kampagne begleitet. Ihre Gedanken, die sich um ihn drehen, sind zwar hier und da Mittelpunkt, schließen aber eine erwachsene Sichtweise auf die Kriegsballerei rund ab.

Auch schleichend geht's hier und da mal zur Sache.

Die Story ist schnell erzählt: euer Soldatenteam und ihr gemeinsam gegen eine aufständische gut organisierte Jihad Bewegung unter der Führung eines fiesen Terroristen. Natürlich gibt's hier auch eine klassische Höhlenjagd, doch von Osama ist hier - Gott sei Dank - weit und breit nichts zu sehen.
Dennoch kommt die Ballerei recht nett rüber - die Cutscenes in Spielegrafik kündigen sich nicht ein, sondern fließen einfach ins Gameplay. Meistens ist auch der Übergang ins Gameplay widerrum sehr flüssig und fein wie man es beispielsweise aus Max Payne 3 kennt und liebt.
Besonderes Highlight sind aber die aufwändig detaillierten Rendersequenzen, die zwar manche Gesichter (besonders der Frauen) recht kastenförmig darstellt, aber ansonsten verblüffend realistisch wirkt.


Aber nicht nur hier wurde sehr gute Arbeit geleistet.
Auch wenn die Kampagne noch so kurz ist, manche interessante Gameplayelemente zu kurz eingeworfen werden und man das Solospiel vermutlich nur ein einziges Mal durchrockt. ist es dennoch ziemlich knackig.








Entweder jagt ihr - oder seid der Gejagte (siehe rechts unten Minimap). Ungewöhnliche Fahrsequenzen in einem Ego-Shooter.

So seid ihr nicht nur an Bord eines Helikopters und dürft aus allen Rohren feuern, sondern steuert auch mal einen kleinen Kampfroboter in der Größe eines kleinen Kindes, jagt in gut geskripteten Verfolgungsszenen per pedes dem Ziel nach, feuert zunächst mit dem stationären Geschütz ein Luftkissenbootes, nur um anschließend die Kontrolle mit dem Partner abzuwechseln und selbst der Fahrer zu sein, rennt mit Nachtsicht durch die Gegend oder müsst euch in einem Fahrzeug von Deckung zu Deckung bewegen und der Sichtweite der feindlichen Fahrer entkommen.

Jiiiiiii-HAW!


Und ja - natürlich ist der Shooter ziemlich skriptbasiert, dass man denkt hier von einem streng linearen Abschnitt in den nächsten gestoßen zu werden - und ja, es ist auch so.
Es gibt zwar Umgebungen, die hier und da Ausweichmöglichkeiten enthalten, welche sich aber bei auffälligen Deckungsmöglichkeiten ziemlich aufdringlich anbietet, aber es ist erkennbar: der Level ist ein Schlauch. Doch zumindest schießen die Gegner recht zielsicher, huschen aber gerne wie auf Speed abgedreht schnell durch die Gegend, dass man sich zuweilen über dessen Natürlichkeit wundert.

Hiervon gibt's nur zwei Sequenzen - was aber der Abwechslung gut tut (und kein sich ständig wiederholendes Element draus macht).

Auch hatte ich sehr wohl das Gefühl nie gegen unendlich Feinde antreten zu müssen wie das beispielsweise in einigen CoDs der Fall ist. Nur einige Fahrsequenzen hätten von der Länge ein wenig non-eintöniger sein können.

In der bildhübschen Kulisse jagen wir mit unseren beiden Sidekicks einem Verbrecher nach.

Schwach ist leider auch die Sache mit der Munition. Fakt: ihr habt IMMER genügend davon, da eure Kameraden (ihr seid oft im Team unterwegs) stets UNENDLICH Munition dabei haben und als willkommene Spender jederzeit auf Abruf was davon abgeben. Eure Zweitwaffe (habt ihr meist automatisch dabei) hat gleich unendlich Munition - da müsst ihr niemanden zwecks Nachschub fragen.
Sobald ihr eine feindliche Waffe aufhebt, wird sie nach Wechsel wieder entsorgt. Eure Hauptwaffen solltet ihr also gut nutzen
Die Steuerung ist gut angepasst und liefert eine flüssig zufriedenstellende Spielerfahrung.


Doch ein recht repetitives Element ist ein wenig eigenartig: man hat es hier ein wenig mit den Tür-aufbrechen-und-dann-Raum-stürmen-Szenen übertrieben. Jede zweite Tür wird auf Knopfdruck umstellt und dann via Auswählmenü nach euren Launen gesprengt und der Raum gestürmt - dabei dann natürlich alle Gegner mit Headshots ins Reich der Toten befördern und weiter gehts.


Dass Headshots während der Aktion zusätzliche Türspreng-Optionen freischalten (Sprengsätze, Shotgunnutzung, Brecheisen, usw.) ist zwar nett, aber VÖLLIG sinnlos. Nachdem man alle gesehen hat, nimmt man eh nur das, was am schnellsten ist. Es bringt weder Vor-, noch Nachteile.

Nett: in einer Trainingsanlage müsst ihr zwischen echten und Papp-Gegnern unterscheiden.

Noch dazu möchte ich erwähnen, dass die Grafik auf der Frostbite Engine 2 basiert, die schon in Battlefield 3 zum Einsatz kam und dementsprechend überzeugend rüber kommt (was ihr anhand der Screenshots sehen könnt).

Der Multiplayermodus wurde von mir nicht getestet.



Fazit:
Medal of Honor - Warfighter ist für Fans von Battlefield 3 und Call of Duty ein klarer Kaufgrund. Es schafft es in recht kurzer Spieldauer von 5 Stunden ziemlich viel Abwechslung einzustreuen - für einen Shooter und im Vergleich zu den anderen beiden Größen, die genauso sehr auf Linearität und BOOMBASTIC! setzen. Außerdem hat er eine tiefergreifende Rahmenhandlung, die leider nicht so gut ausgebaut ist und zwischendurch arg langweilt, dafür aber mit einer Ernsthaftigkeit und einem gewissen Realismus samt schicken Rendersequenzen aufwartet.
Warfighter muss sich nicht allzu viel vorwerfen lassen. Es entertaint - und zwar für einen kompletten Durchgang, entlässt den Solofan dann aber ins Multiplay, wofür es geschaffen wurde.
Dazu fehlt meine Meinung, aber Unprofessionalität kann man Danger Close Games nicht vorwerfen, nur übelstes Marketing-Blarg. Aber wer hört schon auf und glaubt diesen Bullshit?

Kommentare:

  1. Schönes Review, ich stimme dir fast komplett zu :)

    Warfighter gefällt mir persönlich wesentlich besser als ein Modern Warfare 2 oder 3, wobei ich ehrlich gesagt bis auf ein paar wirklich nervige Bugs auch den Vorgänger (Medal of Honor) nicht schlecht fand. Das war halt einfach unter Zeitdruck auf den Markt geworfen worden..

    Danger Close haben sich auf jeden Fall bemüht so weit wie möglich etwas eigenes zu erschaffen! Und trotz explodierenden Frachtschiffen schon in den ersten Minuten des Spiels komme ich mir aus irgendeinem Grund nicht so sehr wie in einem vollkommen übertriebenden Actionfilm vor wie bei Call of Duty.. Es gibt einfach auch mal Verschnaufpausen, diese absolute Hektik bis man auf Esc drückt von CoD fehlt einfach, und das macht es wesentlich realistischer! :)

    Wobei ich nicht weiss für welche Infos sie unbedingt echte Seals brauchten, die Szenen in die man gerät sind ja nu nichts sooo neues.. vielleicht haben sie ja ein wenig über ihre Eheprobleme geplaudert und das is dann in die Nebenstory eingeflossen :)

    Das einzige was mich wirklich gestört hat war natürlich die Kürze des Spiels und deshalb erst Recht die Länge der Fahreinlagen.. irgendwann reichts ja nu wirklich, da hätte man die eine oder andere Minute gerne abschneiden können :-/

    Ich stürze mich dann mal auf Black Ops II ;)

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  2. Achso, und natürlich der von dir angesprochene Schwachsinn mit dem Türen aufbrechen... als ob da mal was geplant war und die Zeit nich ausgereicht hat..

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  3. Ein erneut umfangreicher Kommentar - so mag ich's! :) Wenn du so weiter machst, kannst du ja gleich ins Review-Writing ummünzen. *g*

    Das mit den Fahreinlagen habe ich ebenfalls so empfunden. Gerade die erste Mission dieser Art wollte einfach nicht enden und ich fragte mich schon, ob man mit der Karre Nitroboosten kann und man das Feindfahrzeug nur somit zum Anhalten bewegen kann.
    Derweil beobachtete ich schon, ob man nicht (wenn auch großflächig) die ganze Zeit im Kreis fährt - vieles sah ja ziemlich ähnlich aus - , aber nein.
    Doch gerne hätte ich zum Schluss getestet, was passiert wäre, wenn ich ihn nicht gerammt hätte, sondern ausgewichen wäre. Zieht sich das ewig hin? Dann erst im Kreis? Kommt ein Missionsabbruch? Oder geschieht's einfach irgendwann eh automatisch?
    Aber egal.

    BlOps 2 soll gut sein habe ich gehört. Alternative Entscheidungen, unterschiedliche Enden, gutes Missions- und Storydesign.
    Ich bin seeeeeeeeeeeehr gespannt!

    Aber erstmal einen Minitest zu "pid" schreiben. :)

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  4. Ach, bei eigenen Reviews wüsste ich garnich wo ich anfangen sollte.. so kann ich mich immer wunderbar an deinen Reviews entlanghangeln und ergänzen bzw meine Meinung schreiben ;)

    Mir gings genauso wie dir, immer die Karte im Auge gehabt um zu gucken ob ich nich im Kreis fahre :D Es gibt aber einen Abbruch der Mission, ich bin das erste Mal volle Kanne an ihm vorbeigebrettert, was dann passiert ist weiss ich aber nicht mehr, Unfall, einfach Abbruch oder so, auf jeden Fall musste ich nochmal ran..

    Mein Eindruck von Black Ops II bisher: Black Ops II........ ;)

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