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Dienstag, 10. Januar 2012

Rayman Origins (PS3)




Rayman goes Origins, too...

Ob "Dragon Age", "X-Men" oder auch diverse Comics: die "Herkünfte" sind immer ein beliebtes Mittel, um die "Wurzeln" näher zu betrachten. Rayman's liegen seeeeeeeeeeehr weit zurück: 1995 veröffentlichte Ubisoft (damals noch "Ubi Soft") ein liebevoll gezeichnetes Jump'n'Run mit titelgebender Hauptfigur, die keine Gliedmaßen besitzt, dafür aber Hände, Kopf und Füße - und konnte alles (bis auf den Kopf) den Gegnern in Form eines Angriffs entgegen schleudern. 1999 erschien dann aufgrund der hohen Popularität ein zweiter Teil - außerordentlich gelungen und in 3D - mit einer tollen Story und vielen neuen Charakteren.
4 Jahre später kam dann noch der dritte Teil, der irgendwie sehr alternativ und anders als sein Vorgänger daher kam, obwohl das Spielprinzip quasi gleich war.
Aber leider war dann aus - und Rayman M (Renn-Party-Spiel) oder das hoffnungslos verfluchte "Garnix-mehr-mit-Rayman-zu-tun-habende" Raving Rabbids (reines Partyspiel, Rayman wurde zum Nebendarsteller degradiert, bekloppte Hasen verkauften sich gut - man machte eben Kohle) distanzierten sich vom ehemaligen tollen Charakter.


Jetzt haben die Franzosen (Ubisoft Montpellier) es geschnallt und sich endlich der Vernunft ergeben und wieder ein klassisches, vor allem unheimlich detailliert und zauberhaft gezeichnetes Comic-Jump'n'Run in schicker HD-Grafik entwickelt. Wieder wie am Anfang komplett in 2D.


Da brauch' man sich nicht die Frage stellen, ob das funktioniert - es TUT ES!



Not designed for kids


Anders wie vielleicht zu erwarten, ist "Rayman Origins" absolut nicht für Kinder geeignet, es sei denn sie möchten die erste halbe Stunde der knapp 10 Stunden andauernden umfangreichen, aber auch recht fordernden (bis oftmals zur Unmöglichkeit schwierigen) Kampagne im Endless Loop spielen. Denn anfangs ist vieles noch einfach - ihr steuert Rayman ganz klassisch von links nach rechts (so verläuft jeder Level). Jeder Level ist in mehrere Abschnitte unterteilt, ein abgeschlossener schaltet den nächsten auf einer Übersichtskarte frei, die in verschiedene sowohl thematisch, als auch spielerisch unterschiedliche Welten unterteilt sind. Das erinnert ein wenig an Super Mario Land und enthält in jedem Level nicht nur Lums, die als Punkte am Ende zusammengezählt werden (und wiederrum Lila Sammellums freischalten), sondern auch weitere Extras wie beispielsweise Käfige (mit Lums drin), Punktemultiplikator oder Münzen (, die im Prinzip nur mehr Punkte bringen, aber schwer erreichbar sind). Da oftmals auf Zeitdruck eingesammelt werden muss, eine Rückkehr in alte Levelsysteme manchmal nicht mehr möglich ist oder man einfach für's Erste genug von dem Adrenalin hat, lohnt es sich mehrmals zu spielen - gerade, um eine alternative Welt, einen alternativen Endboss und ein alternatives "Ende" freizuschalten.


Aber nochmal zurück: Rayman kann springen, später schwimmen, auf einem Moskito fliegen (Spiel wird dann zum Sidescrolling-Shooter), zuschlagen, Wände entlanglaufen (später), kleiner werden, gleiten, sprinten und sich ducken. Problem aber ist, dass er für gewöhnlich nur einen Schlag aushält, sodass man OFT, nein SEHR SEHR OFT Bildschirmtode stirbt, was aber nicht durch die Steuerung (die ist nämlich hervorragend präzise), sondern den vielen Überraschungen und der Schnelligkeit zustande kommt. Oft erscheinen rasiermesserscharfe Spitzen aus dem scheinbar sicheren Boden, zielsuchende Raketen im Dutzend kommen auf euch zu oder nur klitzekleine, bald verschwindende Plattformen trennen euch vom Sturz ins Nichts.
Aber keine Panik: diese radikal gefährlichen Zustände erfahrt ihr erst gegen Ende des Spiels. Doch auch zwischendurch denkt man sich am Ende des Levels: "Oh Gott... ein Glück hab ich das hinter mir.".

Wer masochistisch oder Trophäen-jägerisch veranlagt ist, geht die Levels erneut an, perfektioniert die Punktejagd oder knackt die Zeitrennen (ähnelt Speedruns, bei denen die Zeitlimits sauknapp bemessen sind). Denn Punkte kriegt ihr oftmals nicht alle: zum einen sind die Goldmünzen saugut versteckt, andererseits halten die vielfältigen Gegner zwar nur ein Schlag aus, zerplatzen aber als Luftblase danach irgendwann selbst und somit ist pro Feind ein Lum dahingeschieden - oder der Punktemultiplikator wurde nicht voll ausgekostet, sodass ihr nicht schnell genug aus den vorhandenen Lums mehr Punkte gemacht habt. Nur ein Neustart hilft da weiter - aber meist reicht's vom letzten Kontrollpunkt. Wer nämlich einen Raum innerhalb des Levels besteht, ist erstmal sicher.

Außerdem gibt es noch Levels mit sogenannten Schatztruhen, die vor euch weglaufen. Sie enthalten einen roten Diamantenzahn, den ein zahnloser Opa im Rayman-Dorf vermisst. Hat man alle 10, schaltet man besagte geheime Welt mit geheimen Boss frei. Diese Schatztruhen jagt man in jeweils einem ganz spezifischen Level. Dieser ist eine Art Speedrun vom Feinsten - wer scheitert, fängt die minutenlange Hatz stets von vorn an. Gleich beim ersten Mal schaffen? Niemals! Erst nachdem man ca. 50x gestorben ist und die Strecke auswendig gelernt hat. Typisch "Trial & Error" - und genau das ist es, was Rayman Origins ausmacht: fies sein, aber dafür lernen lassen. Allein Spielern bei den Schatzjagden zuzusehen, tut weh, spielt sich aber - wenn man's weiß - recht akzeptabel. Trotzdem sind einige unzumutbar und nur mit Glück zu schaffen. Denn: jeder Sprung muss genau getimed sein: in richtiger Intensität und im richtigen Moment. Dauerrennen ist hier angesagt - Bremsen gibt's nicht.

Am geheimen Level verzweifelte ich aber und ließ es bis jetzt erstmal gut sein...


Endbosse warten auf euch genauso wie der motivierende COOP-Spielmodus, bei dem lokal bis zu vier Leute gleichzeitig in die Haut von Rayman, Globox oder seltsamen, leider viel zu oft vorhandenen doofen Viechern gesteuert werden können (verschiedene Skins).


Das ist geil und macht das Spiel entscheidend leichter, weil 4 Leben vorhanden sind - und falls einer stirbt, endet er wie alles und jeder als Blase - und kann von Mitspielern bei Berührung wieder ins Leben zurückgeholt werden. Die Blase steuert man als Gebeutelter selbst - natürlich sehr schwammig - wir wollen ja nicht, dass hier irgendwas noch zu leicht ist.


Die Story ist aber allerdings nicht vorhanden. Rayman's Idylle wird von fiesen Darktoons bedroht - ein Intro gibt's, danach nur das Outro. Der Humor ist aber ausgezeichnet - auch wenn nie erklärt wird, warum Feen monsterlange Haare, dazu 90-60-90 und Titten wie Monde von Planeten haben. Das ist ein wenig seltsam - obwohl der Humor der Franzosen ganz nett ist.



Fazit:
Das Spiel lohnt sich für alle Jump'n'Run-Fans und Freunde des Couch-COOP-Modus' auf jeden Fall! Nur eins müsst ihr mitbringen: seeeeeeeeeeeeeeeeeeehr viel Geduld und Frustresistenz. Sonst werdet ihr und das Spiel keine Freunde.
Ich fand's schon krass, dass einige Magazine lediglich erwähnten, dass es zum Ende hin unfair wird. Wo wurde das unschaffbare Geheimlevel oder die Schatztruhen erwähnt? Oder allgemein die Härte im Gegensatz zum quietschbunten Äußeren?
Das Ding ist knüppelhart, Jungs... glaubt mir einfach.

Sonntag, 8. Januar 2012

No Time to Explain




I'm you from the future

... and there is no time to explain ... WHAAAAAAAAAAAAAAAHAHAHAAAAAAA! *some bloody mess all over there*.

Ja... so könnte man das auf Flash basierende Indie-Jump'n'Run der Entwickler "TinyBuild" beschreiben, das auch auf newgrounds kostenlos spielbar ist - hier klicken, um zu spielen!
Aber Achtung: nicht das echte Game, das es für ca. 10 € auf der offiziellen Homepage zu kaufen gibt (inklusive Season 2).

Die Story ist so irre wie schnell erzählt: euer Ich aus der Zukunft erscheint und versucht euch vor etwas zu warnen, wird dann aber von einer Riesenkrabbe geschnappt, Blut spritzt überall und ihr verfolgt ihn auf der Suche nach Antworten. Scheinbar greifen Aliens die Welt an, aber Scheiß drauf - es geht in dem genialen Game eh nur darum die Levels zu überstehen. Von links nach rechts geht's stehts zum Zeitloch am Ende des Levels. Wer in Stacheln oder den Abgrund fällt, steht wieder da auf, wo er zuletzt sicheren Boden unter den Füßen hatte. Begrenzt Leben gibt's nicht - das Game lebt von seiner Schnelligkeit und den teilweise immer schwerer werdenden Fallen.
Zwischendurch erscheint immer wieder das gequälte und blutende Ich aus der Zukunft im rechten Bildschirmrand und bringt euch zum Lachen. Anfangs habt ihr nur eine Strahlenwaffe, die mehr dazu dient euch vom Boden wie ein Jetpack abheben zu lassen, um die Abgründe zu überwinden anstatt Feinde abzuschießen. Die gibt es quasi garnicht - und wenn nur in Endgegnerform.

Im Laufe der Levels gibt es auch mehr Ichs, die anderes beherrschen wie beispielsweise ein Typ, der mithilfe einer Shotgun sich Schub verschafft. In der zweiten Staffel sogar jemanden, der mithilfe einer Netzleine sich fortbewegt oder dick werden kann, um unüberwindbare Mauern zu durchbrechen.
Das ist alles cool und macht jede Menge Spaß. Leider aber ärgert es mich, dass basierend auf Flash die Kollisionsabfrage manchmal ein Graus ist und somit Sprünge bzw. Landungen wegen Kleinigkeiten fehlschlagen oder man irgendwo "festklebt".



Fazit:
Für 10 € bekommt ihr hier ein schweres, aber dafür lustiges und innovatives Jump'n'Run der etwas anderen Art. Dafür, dass es keine echte Story gibt (man hätte daraus mehr machen können) und die Kollisionsabfrage wegen Flash nicht ganz so perfekt ist, ist der Preis trotz 2er Staffeln doch ein wenig zu hoch.

World Gone Sour




Made by Capcom, powered by Sour Patch Kids

"Yummy yummy!", denken sich bestimmt die amerikanischen Kids und / oder deren Süßigkeitsliebenden Eltern - denn auf eine in den Staaten beliebte Gummibärchen-Marke besteht das Capcom-Minispiel für ca. 5 Dollar.

Das Game ist ein Jump'n'Run wie es im Bilderbuche steht: von links gehts nach rechts über diverse Fallen und Abgründe. Die Story ist dabei schnell erzählt: da alle Gummibärchen es lieben im Mund ihrer Liebhaber für immer zu verschwinden, gibt es natürlich auch ein paar, die unterm Sofa oder irgendwo auf der Straße verschwinden. Einen dieser Vergessenen spielt ihr - aber er ist einer der Guten. Böse geworden sind dennoch einige - besonders der verachtete Rote, der euer Erzfeind ist, aber im Laufe der 12 Levels nur im letzten sichtbar ist.

Diese 12 Levels bestehen aus 9 Haupt- und 4 Boss-Levels. Insgesamt ist es folgendermaßen aufgebaut: erst kommen 3 Levels in ein- und demselben Setting (wobei alle nach "im Haus" aussehen...), danach folgt ein Boss-Level.

Das Game hat aber noch eine gewisse Eigenart: die Hauptfigur trifft auf dem Wege immer mal wieder auf kleine nette Artgenossen, die euch nicht nur folgen, sondern sich auch werfen oder mithilfe einer Charge-Attack zum Angreifen benutzen lassen. Natürlich können diese auch in viele Fallen geworfen werden (Kreissäge, Herdplatte, Cola"säure"bad, usw.) - um entweder an Punkte zu kommen, die ihr niemals unbeschadet erreichen würdet oder die Sammel-Tode abzuarbeiten, die aber glücklicherweise nur sekundär sind und sich pro Level eh wiederholen. Hier und da gibt es noch andere Sammelgegenstände, die zwar gut versteckt sind, vermutlich aber eh eine überflüssige Rolle spielen. Sammeln müsst... ihr sie nicht.
Sterben könnt ihr auch sehr oft - genügend Leben (meist im zweistelligen Bereich) habt ihr eh - einzusammeln gibt es auch noch ein paar.

Das eigene Bestehen wird aber noch durch eine Spezialfunktion verlängert: habt ihr mehrere Begleiter, könnt ihr sie aufsaugen und wachsen. 3 Stufen gibt es, wobei ihr bei der kleinsten meist sofort bei Feindberührung sterbt - Stufe 2 gewährt quasi eine Lebensversicherung und ein Stampfmove ist verfügbar - Stufe 3 erledigt Feinde meist sofort, sonst ändert sich nichts. Wieder kleiner werdet ihr auf Knopfdruck und schaltet eure eingesogenen Freunde wieder zum Werfen frei. Ein wenig Taktik kommt also dazu - ganz gut, da das Spiel fortlaufend immer schwerer wird. Hier und da gibt es ein paar fiese Fallen - den vorletzten Endgegner bezwang ich beispielsweise nicht, da er einen ziemlich unfairen Move beherrschte und ich keinen Bock auf immer 5 Minuten Spieldauer hatte, um zu der blöden Stelle wieder hinzukommen.

Aber nicht nur das ist schade, auch die Grafik an sich, die wirre Levels und kaum Detailverliebtheit bietet konnte mich nicht überzeugen. Gerade in dem Punkt, dass Schattendarstellung hier und da fehlte und das ganze Spiel dadurch extrem künstlich wirkt. Auch der Schwierigkeitsgrad orientiert sich an erfahrenere Spieler - und ist für Kinder wenig geeignet. Dooferweise gibt's hier auch eine stark schwankende Framerate, weshalb das Spiel nie wirklich flüssig läuft. Angesichts der hässlichen Grafik echt ein Wunder.
Zu zweit kann man übrigens auch spielen, aber das spar' ich mir mal zu testen...



Fazit:
Ein Blick ist's vielleicht für Freunde von Hüpf- und Sprint-Spielen wert, aber summa summarum hat es sich kaum gelohnt. Es hat einen leicht depressiven Touch, was vor allem durch das hässliche Leveldesign heraussticht, will aber mithilfe des nicht ganz so überzeugenden Erzählers lustig wirken - nein, danke.