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Mittwoch, 6. Juli 2011

Outland (PSN)



Outlander

Vielleicht hat's der eine andere schon mitbekommen oder kann "Outland", vertrieben von Ubisoft, ja bereits sein Eigen nennen. So unmittelbar wie es kam, wurde es doch trotz der vielen mitunter Preis-/Leistungsverhältnis schwachen PSN-Spiele für mich zum persönlichen Überraschungshit. 10 € für ein 2D-Jump'n'Run nach alter Machart mit frischen Ideen, welches locker für den einmaligen Durchgang der Singleplayerkampagne 8 Stunden Zeitinvestition in Anspruch nimmt? Klar! Und bei einem Zehner für die Leistung sonstiger Vollpreisspiele kann man absolut nicht nein sagen. Doch um was dreht's sich eigentlich? Ihr seid irgendeine Reinkarnation eines Gottes und sollt euch während der Reise durch die 6 Kapitel nicht nur längst ruhenden Wächtern stellen, sondern auch noch die fiesen 2 Schwestern ausfindig machen, die scheinbar die Drahtzieher hinter irgendeinem bösen Plan sind. Die Story verschwimmt schnell zur Nebensache, besonders weil sie meist durch vorgelesene Texteinblendungen hier und dort mal weiter erzählt wird und es zumindest für mich keine begeisternden Rendersequenzen gab, die meine Aufmerksamkeit wieder zu Höhenflügen anregten.
"Hab's vergessen!" kann ich euch lediglich entgegen - der Fokus liegt hier ganz klar auf dem tollen und leichtzugänglichen Gameplay.



Frische Ideen - der Ablauf des Games

Wie bereits vorhin erwähnt spielt ihr diesen Wiedergeborenen und lauft von links nach rechts oder rechts nach links - je nachdem. Wie angesprochen gibt es 6 Kapitel mit teilweise offenen Levels, hier und dort gibt es Abzweigungen, die euch in Bonusareale führen, ansonsten hilft euch eine Markierung auf der jederzeit einblendbaren Karte, wo ihr als Nächstes hinmüsst. Ansonsten auch ohne Karte deutlich an einem Schmetterlingsschwarm sichtbar, der als Waypoint dient und immer per Luftlinie direkt zum nächsten Ziel führt - ihr habt also stets eine Ahnung wo ihr hin müsst. Dabei sind die einzelnen Kapitel beliebig begehbar, einzig und allein die jedes Kapitel abschließenden Endbosse (Wächter) sind nur einmalig zu beschreiten. Da es viele versteckte Items gibt (Zeichen der Götter, welche Konzeptgrafiken und andere Verstärkungen wie z.B. doppelter Schaden dauerhaft freischalten, wenn alle gesammelt wurden; Geldvasen sind die zweite Art von Collectables), lohnt ein erneuter Besuch der alten Welt - besonders, weil ihr nach und nach erst Fähigkeiten freischaltet, die ihr später bei der Rückkehr im alten Level braucht - aber nur, wenn ihr sammeln wollt, ein storytechnisch gezwungener Besuch ist nicht nötig. Als Basis der ganzen Karte ist der "Ursprung - Scheideweg der Götter" zu nennen. Und wird euch zum Schluss zu den 2 Schwestern führen.
Aber wie schaut's nun im Level selbst aus? Wie spielen sich die einzelnen Abschnitte?
Wie schon angesprochen steuert ihr das Männchen durch grafisch interessant gestaltete Levels (Hintergrund ist in mehrere Schichten geteilt, die Plattformen und Levelarchitektur meist einheitlich - also man wird später nichts Neues mehr zu sehen bekommen, besonders weil sämtliches Design im Hintergrund auf Schwarz setzt und man beim Zoom die jpeg-Treppchen sehen kann, die von niedriger Auflösung sprechen - dafür ist aber jeder Gegner 3D-animiert). Schlecht sieht das Spiel nicht aus, eher ist es kunstvoll zu sehen, obwohl noch mehr Designarbeit drin gewesen wäre, um die Kapitel (Untergrund, Dschungel, Stadt, Himmel) noch weiter auszuarbeiten. Jedenfalls ist Springen hier neben dem Kampf der Hauptbestandteil des Games, aber auch der geschickte Einsatz eurer beiden Gehirnhälften ist dann und wann erforderlich.

Wo ihr anfangs noch keine der zwei - wie auf dem Cover sichtbaren - Kernkräfte habt, entpuppt sich doch das Spiel später als zunehmend knifflig. Erst bekommt ihr die eine Kraft (Lichtgestalt - blau), dann die andere (Schattengestalt - rot). Effektiv kann keine etwas Einzigartiges, außer die von vielen Feinden verwendeten Leuchtkugelkanonen (die verschießen rote oder blaue Kugeln) abgefeuerten Projektile abzuwehren. Ihr müsst dabei immer die Farbe aktiviert haben von der Kugel, die auf euch zufliegt. Doch wollt ihr gegen die Gegner kämpfen (von Spinne, über Magier, Krieger mit Schild, ohne Schild, Raupe usw.), braucht ihr die gegenteilige Farbe. Und als wäre das nicht schon genug, gibt es auch noch Plattformen, die nur erscheinen, wenn ihr die passende Farbe aktiviert habt - das geht sogar soweit, dass ihr von einer roten Plattform direkt auf eine rote Wand zu springt, nur um dann im letzten Moment umzuswitchen und sicher auf der blauen dahinter befindlichen Plattform zu landen. Erinnert ein wenig an "Prince of Persia: die vergessene Zeit".
Ein steter Wechsel ist garnicht so einfach - vor allen Dingen, weil man stets den Überblick behalten muss. Wo ist der Gegner? Schaff ich das noch? Wie schaut das Muster der Energiekugeln aus? Wo ist eigentlich mein Männchen? Denn in diversen Einstellungen (besonders bei Endkämpfen) zoomt das Geschehen raus und zeigt nur noch einen steuerbaren Krümel - da die Bosse immer gigantisch groß sind und von ihrer Art immer einen andere Taktik benötigen. Trotzdem machen sie, gerade weil sie nicht mit bloßem draufdreschen umzunieten sind, viel Spaß.
Kennt jemand vielleicht Canabalt ? In diesem Stil ist zunächst der erste Part eines Endgegnerkampfes gestaltet. Und das kommt nur einmal vor - gut konditioniert. (=



Fähigkeiten, Trophies, DLCs im Allgemeinen

Doch wenn ihr dem Bösen gegenübertreten wollt, was habt ihr da für Möglichkeiten?
Nacheinander schaltet ihr einige Fähigkeiten frei - von einer Stampfattacke aus der Luft über einen Gleittritt am Boden, einem aufgeladenen Angriff, Energieabsorption (und -ausstoß), Energiestrahl usw. - aber meist kämpft ihr face 2 face mit dem Schwert gegen eure Widersacher. Oftmals habe ich die Zusatzfähigkeiten garnicht gebraucht oder mich nicht dran erinnert - die Probleme machen weniger die Gegner, sondern die Geschicklichkeitspassagen. Jede hat ihre eigene Raffinesse, manche wirken unfair designt, aber jede ist möglich zu meistern, sodass man nie den Mut verliert und immer glaubt es zu schaffen bis man es packt. Fordernd auf hohem, aber nie unfairen Niveau - das sollte bei meinem zweiten Test "Demon's Souls" ja nicht der Fall sein, wie man demnach als Entwickler komplett versagen kann. Aber das ist eine andere Geschichte.
Im Fall eines Todes steht ihr entweder am Levelbeginn auf (nur dort wird gespeichert) oder am letzten Kontrollpunkt. Super: ihr könnt ein und denselben Kontrollpunkt mehrmals aktivieren. Das heißt: aktivieren (ihr seid erstmal sicher), rennt umher, sammelt Collectables, rennt zurück und aktiviert ihr nochmal: alles wird dann zwischengespeichert. Ein klein wenig Taktik kommt also auch mit rein - jedoch könnt ihr das Spiel dann nicht ausmachen, sonst beginnt ihr am Levelanfang. Problem: die Levels sind nicht immer kurz. Ca. 5 Level ergeben übrigens ein Kapitel. Ansonsten gibt es auch noch Gold einzusammeln, was ihr hier und dort an speziellen Stationen für Max-Hearts-Upgrades oder Max-Special-Power-Upgrades investieren könnt, sodass ihr mehr austeilen und mehr einstecken könnt. Das ist aber nie ein Problem so'n Ding zu kaufen, da ihr bei entsprechendem Erforscherdrang immer gerade soviel Geld dabei habt.
Eine Trophy übrigens (Millionär) geht dabei aber über die Kampagnendauer hinaus, da ihr nach einem Durchgang knapp 600000 habt. Das nervt ein wenig, da nach einmaligem Durchgang lediglich es die Zeichen der Götter zum Sammeln gibt. Andere Trophäen sind neckisch, aber nicht allzu schwer.
Lokal kann leider nicht mit jemand anderen gespielt werden, dafür aber im Multiplayermodus. Leider hatte ich keinerlei Hosts gefunden (muss man sich mal reinziehen: 2 Monate ist es erst draußen) und ging somit leer aus - eine Trophäe ist übrigens nur mit jemand anderen zu machen. Warum dabei auf lokalem Spaß verzichtet wurde, ist mir ein Rätsel. Vermutlich wollten die Entwicklerspasten weitere ehrliche Käufer an Land ziehen, damit die beiden Kumpels auch mal zusammen spielen können. Armseliger Bullshit - das erinnert mich doch glatt wieder an Castlevania: Lords of Shadow. Grandioses Spiel, aber 2 dürftige DLCs, die mit knapp 20€ (beide zusammen) nur 2 Stunden unterhalten. Ein Witz, wenn man sich überlegt, dass Castlevania: LoS an sich nur 20€ mittlerweile kostet und dabei satte 20 Stunden Spielspaß und darüber hinaus noch mehr (Missionen, Paladin) bietet.



Sonstiges:
  • der Wechsel von Licht- und Schattenmagie ist JEDERZEIT möglich - es kostet kein Mana oder so
  • nach 15% Spieldauer bekommt ihr erst die Licht-, später dann die Schattenmagie
  • der Charakter kann sich an Felsvorsprüngen hochziehen, Gegner aber glücklicherweise nicht



Fazit:
Wer auf fordernde, aber nie unfaire Jump'n'Runs steht mit einem leichten Zelda-Sammel-Flair steht, der sollte unbedingt zugreifen. Das Spiel läuft stets flüssig, die Grafik ist künstlerisch wertvoll, obwohl sie einen Tick hätte besser sein können. Kämpfen gibt's auch häufig, aber der klare Fokus ist auf die genialen, immer abwechslungsreichen Sprungpassagen gelegt worden. Für 10€ bietet euch das Spiel zwar nicht über 10 Stunden hinausgehende Langzeitmotivation (vor allem weil ein LOKALER Mehrspielermodus fehlt, es gibt dafür einen Online), aber für 10€ sind ungefähr 10 Stunden schon ungemein gut und lassen das Spiel zudem in guter Erinnerung bleiben. Ihr müsst das Spiel haben - denn es ist ein verdammt Gutes mit neuen Ideen. Wer meint "aus dem Alter raus zu sein", dem ist nicht mehr zu helfen! ;)

Sonntag, 3. Juli 2011

Scott Pilgrim VS the World (PS3)



Die Legende

Ich muss gestehen: der Name "Scott Pilgrim" sagt mir erst seit ungefähr Ende September 2010 etwas und auch zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel. Dort habe ich damals ganz frisch die neuesten Trailer zu demnächst erscheinende Kinofilme angeschaut und diesen unglaublich geilen Streifen entdeckt. Sofort wusste ich: "Verdammte Scheiße, da musst du UN-BE-DINGT ins Kino!" und freute mich schon irre wie ein kleines Kind kurz vor Weihnachten auf diesen Film. Als dann durch einen glücklichen Zufall ich auch noch Kinokarten von meinem Dad geschenkt bekommen hab und diese nun Ende November einlösen musste, da sie danach endlich verfallen würden (3 Jahre hat er sie aufgehoben), schnappte ich mir kurzerhand einen mitbegeisterten Kumpel und wir fuhren in Berlin zum Potsdamer Platz geradewegs ins CineStar im Sony Center (es war eines der letzten Kinos, das den Film noch zeigte). Was ich dann frisch an der Kasse erfuhr ist, dass dort ausschließlich englische Filme gezeigt werden und nach der anfänglichen Überraschung gingen wir mit einem gespannten Lächeln in die Vorstellung.
Was uns da erwarten würde, war uns nicht wirklich klar...
Als wir nach ca. 2 Stunden allerbester Unterhaltung noch fasziniert uns über die besten Stellen (irgendwie gab es nichts, was nicht erwähnenswert gewesen wäre) unterhielten. Für mich stand fest: das ist der beste Film, den ich je gesehen hab - und ein Traum geht in Erfüllung, wenn ich diesen Meilenstein bester Unterhaltung auf BluRay bekomme. Dies hat dann auch eine sehr sehr besondere Person für mich verwirklicht und nicht nur das: auch die komplette Edition der 6 Comicbände auf English hat sie mir geschenkt.
Und da es sowohl von ihr ist als auch ich ein großer Fan der Serie bin, ist es mein ganz persönlicher Schatz - und auf Englisch muss es sein. Ich habe mich bis heute noch nicht getraut den Film auf Deutsch zu gucken ^__^ - aus Angst die Wortwitze und die Coolness kommt nicht mehr so rüber - ausschnittsweise bekam ich das auch bestätigt. Die Stimme von Lucas Lee ist insbesondere unglaublich cool gelungen und erinnert sehr an Logan alias Wolverine.

Wozu erzähle ich dies eigentlich alles?
Nun ja - ein Spiel zum Film - sei dieser auch noch so genial, kann oft nicht mit der Qualität mithalten, so leid es mir auch tut. Und leider hätte Scott Pilgrim soviel besser sein können und wurde meiner Meinung nach leider auch zu gut bewertet, als dass ich mich noch sonderlich darüber freue satte 10€ ausgegeben zu haben, wo ich doch lieber nur 3€ bezahlt hätte. Die DLCs schmerzen schon hin und wieder - gerade bei "Castlevania - Lords of Shadow" ging ich seit Beginn davon aus, dass der zweite DLC komplett kostenfrei angeboten wird. Als besonderes Gimmick eben, weil Entwickler immer noch cool sein können, wie Valve es z.B. heutzutage noch zeigen kann (Portal 1 gab's kostenlos als BEILAGE zur Orange Box - bei dem Umfang muss man sich das mal reinziehen; Team Fortress 2 ist jetzt auch Free2Play - WTF?!). Aber nein - entgegen aller Vermutungen bei News-Sätzen wie "Wer das Hauptspiel erfolgreich durchgespielt hat, DARF den zweiten DLC namens Resurrection runterladen!" - also wenn DAS nicht nach "umsonst" klingt, weiß ich auch nicht... Jedenfalls wollen die dafür ebenso wie beim ersten DLC 10€ für haben - 2 DLCs zusammen sind 20€ gegenüber dem Hauptspiel 30€ bei Amazon ja eine absolute Frechheit ist, wenn man die Spieldauer bzw. die Qualität der Cutscenes mal vergleicht. Der reinste Bullshit und nur für beinharte Fans (wie mich z.B.) gerade so verschmerzbar.



My name is Scott and it's Asskickin'-Time!

Ich glaube zwar, dass dies der Duke gesagt hat, aber hier passt's etwas genauer: ganz typisch an alte Klassiker wie "Streets of Rage" angelehnt (es gab etliche Klone vom gleichen Spielsystem zu der 8-Bit-Konsolenzeit auf SNES mit Batman oder Spider-Man usw.) fightet ihr euch entweder allein oder lokal (leider nur lokal) bis mit zu Vier Spielern gegen die Massen von Gegnern an Schauplätzen, die am Film angelehnt sind - und bei aller Begeisterung fällt mir erst jetzt auf, dass ich noch garnicht von der Story gesprochen habe. Scott ist Anfang 20 und verliebt sich unsterblich in die unnahbare Ramona Flowers - die hat aber 7 Evil Ex'es, also 7 ultimativ böse Exfreunde, die Scott das Leben zur Hölle machen. Wenn er weiterhin Ramona treffen will, muss er sie alle besiegen. Einen nach dem anderen. Nur gibt es hier und da auch noch Probleme mit seiner vorherigen Freundin (und die davor), die alle nicht die Richtigen für Scott waren. Das ganze Universum um Scott ist überzeichnet und auch die Tatsache, dass man niemals weiß, warum dieser sentimentale & doch so coole Typ auch richtig gut kämpfen kann, wird nie geklärt. Das braucht's auch nicht - der Comic strotzt nur so vor guten Ideen und jeder Menge Spannung. Nie wird's langweilig und ständig dreht's sich um Mädchen, Liebe und Kämpfen - dazwischen jede Menge guter Witze und der Spaß ist perfekt. Der Film hat's gut eingefangen, obwohl die Endgegnerfights ab der Hälfte komplett anders als im Buch sind.
Nun kann man hier jetzt alles nachspielen - und zwar wie es eigentlich gedacht war - natürlich, um die Levels zu füllen, mit hier und da gestreckten Schauplätzen und Szenarien, die es nie gab.
Dargestellt ist alles in 2D, getreut dem Comic (sehr gut umgesetzt), 8-Bit-Treppchengrafik, aber mit vielen Details rennt und boxt man sich durch die netten und immer lebhaften Hintergründe.
Typischerweise kann man von oben nach unten und von links nach rechts laufen - die Kamera bleibt dabei stets seitlich angeschrägt - sobald ein Bereich von Gegnern beseitigt ist, erscheint ein "Go! ->" und bittet euch weiterzugehen. Jede Stage, die besonders am Anfang bei wenig Power einem ewig vorkommt, beinhaltet am Ende einen Boss - es gibt 7 Exfreunde, also gibt es wieviel Stages? Bing-o!

Leider ist das Spiel erstens schlecht durchdesignt und zweitens bietet es trotz der Möglichkeiten, die die Entwickler hatten, keine Zwischensequenzen. Sollte man also wie ich einst ohne die Comics gelesen zu haben, das Spiel zocken, gewinnt man den Eindruck, dass nur witzig kleine Szenen gezeigt werden (Todd und Envy gehen zu ihrem Auftritt von "Clash at the Demonhead" - so fängt der Level an, man kloppt sich bis zum Ende und fightet gegen eine der beiden Bandmitgliedertussen, flieht vor Todd, kloppt ihn noch - während des Kampfes taucht die Vegan Police auf und später ist dann auch Todd Geschichte, Scott und Ramone küssen sich - am Ende jedes Kapitels lediglich in einem Standbild und dann geht's weiter). Völlig aus der Vorlage mit Gewalt rausgerissen versuchen es wirklich die Entwickler mit diesen schwachbrünstigen Peinlichkeiten zu überzeugen ganz nach dem Motto "Fans wissen eh worum es geht" und wollten es scheinbar noch schnell im Sommer 2010 vermarkten, damit es frisch erhältlich ist, wenn der Film in Amerika auf DVD kommt bzw. in Deutschland der Film bald erscheint. Unglaublich schlecht.

Dazu kommt noch, dass man in speziellen Shops verteilt in den diversen Levels nicht nur seine Energie auffrischen kann, sondern auch die Möglichkeit temporäre Attributs-Power-Ups zu kaufen, die Scott erst so richtig Stärke und Schnelligkeit verleihen. Wer die nicht hat, schaut richtig dumm aus der Wäsche und schafft wie ich anfangs nicht mit maximal 3 Leben Todd im dritten Kapitel zu besiegen, geschweige denn mit 3 Leben überhaupt erst zum Endkampf zu gelangen.
Die Lösung des Ganzen war Scott's Schulden im Videostore (514 Coins) zu bezahlen, damit man danach immer wieder Leben und Power Ups für lau kriegen kann. Dazu noch ein wenig das Power of Love-Schwert erschummelt und auf einmal verwandelte sich das Spiel wirklich in "Leicht", wie es eigentlich für den einen der 3 Schwierigkeitsgrade sein sollte.
Und so wurden alle End- und Zwischengegner zum reinsten Kinderspiel.
Aber bis dahin erstmal zu sparen dauerte ewig. Freizuspielen gibt es ein paar Geheimnisse, wie einen Extralevel, der sich ums Musikspielen dreht oder Striker (das sind beim Aufruf der Spezialfähigkeit zusätzliche Kämpfer, die nur kurz erscheinen um einmal kurz BOOM! zu machen). Weiter gibt's aber nichts. Ganz toll.

Auch die 8-Bit-bekannte midiähnliche Musik weiß zwar zu gefallen, aber ging mir irgendwann auch auf die Nerven.


Sonstiges:

  • Gegner sind in übertriebenen Massen vorhanden (im Vergleich zu "Streets of Rage 2" beispielsweise ist das eine ganze Armee - dort die Trophäe "Unverwundbar" zu erhalten ist quasi unmöglich, man darf nämlich bis zum nächsten Boss nicht EIN einzigen Treffer kassieren)
  • eine Life Bar wie in ALLEN vergleichbaren Spielen fehlt hier - taktisch lässt sich da quasi nichts ohne Erfahrung koordinieren, vor allem bei Endgegnern stößt das sauer auf (einziges Indiz ist hier, dass diese Bosse zu blinken anfangen, wenn sie nur noch 50% der Lebensenergie haben)
  • kein Gegner wartet ab, dass du mit einem anderen erst fertig gekämpft hast - alle dreschen sie wie die begeisterten auf dich ein
  • gerade zu Beginn streckt sich somit das Spiel fast in die Unendlichkeit (viele Gegner im Vergleich zu wenig Schlagpower)
  • spielt man zu zweit, lebt sich's sofort leichter - es tauchen nicht mehr Gegner auf und ihr könnt euch sogar gegenseitig wiederbeleben - natürlich darf den Vorgang niemand unterbrechen
  • ein Spezialschlag (Striker) kostet wie in dem Genre üblich ein wenig eurer eigenen Lebensenergie


Fazit:
Scott Pilgrim VS the World im Playstation Network - ein Kauf für ca. 10€ wert? Auf gar keinen Fall! Wenn's das mal für 3€ gibt, wäre ich damit einverstanden, aber angesichts der fehlenden Storyuntermalung der genialen Comicvorlage, des schon ultraunausgewogenen Schwierigkeitsgrades und sinnlosen Statuswert-Upgradens (die nur temporär sind) gibt das Spiel leider nicht viel her außer ein einmalig nettes Spielvergnügen, indem man übermächtig dort durchrauscht, um zu sehen wie cool die Hauptszenen umgesetzt wurden, aber wie peinlich, dass es nicht der Vorlage würdig ist.
Wer will, kann mit Kumpels gemeinsam antreten - das ist aber auch das einzige Kaufargument. Wer lieber ein wenig Geld drauflegt, holt sich lieber das viel viel bessere Castle Crashers und guckt lieber nochmal Scott auf der Leinwand an.

flOwer (PS3)







Go with the flOw

Bereits 2009 erschienen, kommt mein Test zu diesem kleinen PSN / downloadable Content für die Playstation 3 erst jetzt. Für aktuell noch gute 8 € bekommt man das Spiel was nicht nur innovativ zeigt was der Six-Axis-Controller von Sony so kann, sondern auch nach der Presse national und international gut rezensiert wurde und quasi als Geheimtipp für alle Kunstinteressierten gilt.
Die Macher haben bisher nicht sehr viele Spiele veröffentlicht - lediglich ihr erstes Projekt namens "flOw" (2007) indem man eine Mikrozelle spielt, die unter Wasser kleinere Lebewesen auffrisst um selbst größer zu werden, um widerrum es mit größeren Feinden aufnehmen zu können. Das Spiel ist auch online gratis zu zocken - einfach mal danach googlen.
Dann erschien flOwer - enthält sogar eine Anspielung (sogar per Trophäe darauf hingewiesen), quasi ein Easter Egg auf den flOw - und demnächst soll "Journey" erscheinen (noch 2011) - ebenso zum Herunterladen, kein vollwertig im Laden erwerbbares Game.



Die Faszination an Blumen

Aber nun zum Spiel: worum geht's eigentlich? Eine besondere Story gibt es bei diesem Spiel nicht, aber das stört niemanden, weil es gänzlich ohne auskommt und eine "Message" anders darstellt. Heutzutage in Zeiten großer Industrialisierung zieht der erfolgreiche Mensch eher in eine Großstadt als auf dem karrierelosen Lande zu vermodern. In eine Großstadt, die vermutlich noch nicht zuviel davon hat immer mehr Gebäude um sich herum zu versammeln und dabei nicht selten das abermals vorherrschende Grün zu ersticken. So ist auch das Menü in flOwer dargestellt, das eben in solch einer Stadt eine kleine Wohnung zeigt. Man blickt aus dem Fenster und auf dessen Sims steht zunächst nur ein Pflänzchen - sobald man dieses näher betrachtet, gelangt man in den ersten Level. Nach dessen Abschluss erscheint eine weitere Pflanze - jede steht also für einen individuellen Level - es gibt insgesamt 6, die alle je nach Entdeckerlust so eine dreiviertel Stunde dauern können. Jedenfalls beginnt der Level mit einer Reihe von bewegten Standbildern, quasi einem kleinen Comic des Großstadtlebens. Danach beginnt das eigentliche Spiel und man findet sich - anders als vielleicht erwartet in einem weiten Feld aus sattem hübschen Grün auf dem Land wieder - am Horizont nichts von einer Stadt zu sehen. Erst zum Schluss des Spiels spielt man in einer, die aber keinerlei Menschen oder bewegte Autos beinhalten und neben einer Autobahn und Spielplatz zwischen Wolkenkratzern auch eher straight als weitläufig sind.
Im Laufe des Spiels habt ihr aber ganz bestimmte Szenarien - vom hellichten Sommertage auf dem blühenden Feld bis zum Sonnenuntergang samt Windrädern oder einem hässlichen Regen samt der eintreffenden Nacht und prächtigen Leuchteffekten, kleinen Weiern oder gefährlichen Strommasten erlebt ihr so einiges, was euch sowohl den Atem vor Schönheit raubt als auch interessant oder sogar bedrohlich ist.
Denn wie die Beschreibung vor dem Spiel es vermuten lässt: "Entspann dich und hab Spaß." ist zwar sehr gut getroffen, aber für die ganz Genauen unter uns gibt es da trotzdem ein paar Gefahren.



Being a leaf

Aber jetzt kam ich noch garnicht darauf zu sprechen was ihr eigentlich steuert! Kurzum: ihr steuert ein einzelnes Blatt durch die Gegend. Dabei neigt ihr den Controller entweder nach vorne oder hinten bzw. zu den Seiten - gewöhnungsbedürftig ist das nicht, denn relativ schnell hat man das kleine sehr realistisch schwingende Ding unter guter Kontrolle. Erst wenn ihr auf geschlossene Blümchen zufliegt (sie sind deutlich erkennbar und nicht wild zerstreut oder gar bedeutungslos), eröffnen sie sich nicht nur einfach, sondern geben eine weitere Blüte ab, die mit euch mitsegelt. Dieser Effekt wird übrigens von einem Zupfen einer Gitarrensaite abgesegnet - sehr schön, wenn man mehrere Blumen in einem Zug berührt und ein wahres Klangkonzert entfacht. Übrigens ist die gewählte Musik immer angenehm schön, nie nervtötend und vergrault auch nie mit zu starker Abmischung andere Hintergrundgeräusche wie das oftmals begleitende Windrauschen. Aber wie kann man sich das vorstellen - muss man eine bestimmte Windrichtung einhalten, um überhaupt schweben zu können? Was ist, wenn man auf dem Boden aufkommt?
Keine Angst! Das Spiel soll euch entspannen und nach einem geschafften Arbeitstag gut unterhalten - per Druck auf irgendeine Taste bringt ihr das Blatt in Schwung - ihr schwebt beim Loslassen quasi in der Luft und wer nah am Boden vorüberzieht, kann sich am schicken Ausweichen der Grashalme satt sehen. Sterben könnt ihr hier nicht - es gibt weder Leben noch sonstige Anzeigen im HUD, die irgendwie stören oder euch unter Druck setzen könnten. Zeitdruckevents für die Trophäen gibt es übrigens auch nicht - außer die eine Trophäe, bei der ihr nicht mit Strom in Berührung kommen dürft (sonst knallt's ziemlich und ihr raucht für ein paar Sekunden - begleitende Blätter raubt es euch aber nicht und erschreckt euch nur ein wenig), ist ein wenig knackig.
Im Grunde genommen gilt es im Spiel nur durch Berührung der Pflanzen Dinge auf wundersame Weise zu erreichen: vertrocknetes Gras verwandelt sich in hübsches Grün, verdunkelte Areale werden zum Weiter-Vorankommen erleuchtet oder ein Zugang öffnet sich, den ihr sonst bei all der gut gemeinten Bewegungsfreiheit noch nicht erreichen könnt. Da aber trotzdem der Spielplatz stets sehr groß ist, bleibt euch viel Zeit zum Austoben - nichts hält euch davon ab irgendetwas stehen und liegen und lassen und lieber wie verrückt herumzufliegen. Hier ist alles erlaubt, nichts ist verboten.

Auch sind die 100% des Spiels nicht sonderlich schwer zu erreichen, dennoch ist laut dem Trophy-Text bzw. der Trophy-Aufgabe ist jede erreichte Errungenschaft etwas ganz Besonderes. Leider ist flOw jetzt nicht als kostenlose Dreingabe erhältlich und auch sonst gibt es nichts zu erreichen, wenn man alle geheimen Blumen gefunden hat.
Jedoch wird im Verlaufe des Spiels klar, dass wir Menschen uns auf etwas Wichtiges zurückbesinnen und nie vergessen sollten: das satte Grün, das nicht nur für frische Luft von einem jeden sorgt, sondern auch eine unersättliche Schönheit gibt als das, wo wir einst mal friedlich drin gelebt haben.
Die Natur. Nährboden und Zufluchtsstätte für Tier und Pflanze - ein kleines Wunder, das unseren Planeten auszeichnet und bei besonderer Pflege Zuhause einen Jeden mit purer Schönheit belohnt.
Die Natur verlangt nichts - außer respektiert anstatt vernichtet zu werden.
Und so vernichtet ihr ganz am Ende dunkle Straßenzüge von sehr bedrohlich aus den Wolkenkratzern ragenden Metallstrommäste, die sogar ganze Häuser zerlegten. Eure Kraft: das Licht. Und lasst ein riesiges Gebilde zum Schluss in einen strahlend großen Baum umwandeln bzw. habt einer Stadt wieder zur Farbe.
Das Miteinander darf nicht in Vergessenheit geraten - und genau das ist es was das Spiel euch mitteilen möchte.


Fazit:
Für 8€ vielleicht für manche ein klitzekleines Bisschen zu teuer (vor allem verlängert kein Multiplayermodus oder ein Sammelsurium an Zusatzaufgaben die Langzeitmotivation) - aber als Kunstspiel allemale empfehlenswert. Das Spiel will sich garnicht auf irgendetwas Überflüssiges stürzen und entfacht mit Bravour eine Faszination - ob grafisch die Reise durch die weite offene Welt oder man still einfach die Umgebung beobachtet, abschaltet oder gar zufrieden einschläft - flOwer will dir einfach gut tun und nichts weiter, dazu noch eine kleine Message rüberbringen ohne sie gewaltsam jeden aufzudrücken - alles dezent gelöst und auch audiotechnisch ein Schmeichler erster Klasse.
Ich will auch ein Blatt sein und im Wind herumtanzend durch die Grashalme rauschen, die mich leicht kitzeln - die Sonne im Nacken und den Klang der Natur im Ohr.
FlOwer ist der Geheim- und Kauftipp, für alle, die nicht nur BÄM, WOOOMS und BA-DÄNG als einzig wahre Erfüllung sehen & über den Tellerrand auch gerne mal ins Ungewöhnliche schauen (dass man es auch übertreiben kann und fast nichts für's Geld bietet, beweisen hingegen aber ".deTuned" oder "Linger in Shadows").